PC-Spiele - Games, News, Tipps

Preview: The Wind Road

Zusammenfassung: Wir geben Euch einen Vorgeschmack auf das neue Rollenspiel "The Wind Road". Was wir bisher gesehen haben (werft einen Blick auf den Trailer), sieht hervorragend aus und macht Lust auf mehr. Die sehr gute Grafik und die exzellenten Schwertkämpfe machen das Game zu etwas Besonderem!

Inhaltsverzeichnis

Worum geht es in The Wind Road überhaupt?

Ist man kein China-Experte, klingen die Geschichte rund um eine fiktive Version der Seidenstraße und Ortsnamen wie Shazhou vielleicht etwas zu exotisch. Die Grundprämisse fällt aber relativ simpel aus: Barbaren überfallen regelmäßig eine wichtige Handelsroute und bedrohen nun auch die Stadt Shazhou mit ihren friedlichen Bewohnern. Beim Bezwingen der Feinde soll eine besondere Schriftrolle voller uralter Geheimnisse der Kampfkunst helfen – Die »Great Karma Scripture«.

Mönche müssen die sicher zum kaiserlichen Hof bringen und unser Job als Leibwächter ist es, sie dabei zu beschützen. Allerdings lernen auf der Mission wir durch Zufall den Inhalt der Schriften kennen, sodass unser Held dann doch zum Retter der Welt befördert wird.

The Wind Road spielen

Was macht The Wind Road besonders?

In fernöstliche Gefilde wie eine fiktive Variante Chinas wagen sich Rollenspiele nur selten. Ich freue mich schon drauf, die detaillierten Landschaften und Orte voller traditionieller Pagoden oder Tempel zu erkunden. Das Kampfsystem mit seiner Mischung aus Schwertkampf-Action und Martial Arts wirkt zudem fordernd und komplex – eine gewisse Spieltiefe bringt The Wind Road also wahrscheinlich ebenfalls mit.

Die wichtigsten Gameplay-Features:

  • Echtzeit-Kämpfe: Die Nahkampf-Action wird von Gesundheit, Ausdauer, Qi und Wut bestimmt. Die letzten beiden laden sich im Kampf durch bestimmte Aktionen auf und ermöglichen Konter-Angriffe oder besondere Techniken.
  • Kampftechniken: Ihr greift an, blockt, weicht oder nutzt die »Insight-Fähigkeit«, um kritische Treffer zu laden und die Bewegungen des Gegners zu durchschauen. Ihr nutzt Schwerter oder auch eure Fäuste zum Kämpfen. In bestimmten Passagen lässt euch The Wind Road auch als berittener Bogenschütze spielen.
  • Unterschiedliche Spielstile: Das Qi als innere Kraft teilt sich auf sechs unterschiedliche Spielstile auf. Das Qi der »Arts of Violent Mist« richtet sich zum Beispiel an Hardcore-Spieler und lässt euch mit wenig Leben, aber hoher Chance auf kritische Treffer spielen. Über andere Qi-Stile dürft ihr euch wiederum heilen, aber nicht die Schwachpunkte der Gegner direkt attackieren.
  • Kombinationsmöglichkeiten: Martial-Arts-Angriffe lassen sich in über 60 Varianten kombinieren und im Kampf nutzen. Beim Spielen entwickelt ihr so euren eigenen Kampfstil.
  • Crafting und Upgrades: Ihr dürft Medizin oder versteckte Waffen wie Giftpfeile herstellen und eure Hauptwaffe mit Effekten wie Frost versehen, verbessern oder reparieren. Zudem könnt ihr euren Helden äußerlich anpassen, was Boni auf bestimmte Attribute mitbringt.
  • Rätsel und Erkunden: In der Welt stoßt ihr auf Briefe, Materialien und Sammelobjekte, die euch mehr verraten. Außerdem gibt es einige Puzzles zu lösen.

PC Games: The Wind Road

Für wen ist The Wind Road spannend?

Wie Sekiro oder Nioh kombiniert The Wind Road ein asiatisches Szenario mit komplexer Schwertkampf-Action. Wer sich gerne in knifflige Kampfsysteme einarbeitet und seine Reaktionsgeschwindigkeit testet, sollte auch hier auf seine Kosten kommen.

Allerdings existieren aktuell noch keine englischen Texte zur rein chinesischen Sprachausgabe, auch wenn diese noch ins Spiel kommen sollen. Auch wer keine PS4 für Ghost of Tsushima besitzt, könnte allein für die spannende Spielwelt einen Blick riskieren – sofern ihr auf China genauso Lust habt, wie auf Japan.

Trailer

Was gefällt uns bisher? Was gefällt uns nicht?

Stärken von The Wind Road

  • Vielseitiges Kampfsystem: Mit unterschiedlichen Qi-Stilen und Martial-Arts-Techniken können Spieler ihre eigene Kampftaktik entwickeln und sie gezielt einsetzen. Das klingt fordernd und könnte langfristig motivieren.
  • Betrunkener Kampfstil: Lustigerweise sorgt Trunkenheit nicht für ein verschwommenes Sichtfeld, sondern bringt ganz eigene Techniken mit. Auch sonst gibt es zahlreiche Effekte auf eure Spielfigur oder eure Waffe, die sich direkt auf die Kämpfe auswirken.
  • Fokus auf Erkunden: Ob The Wind Road eine Open World oder nur weitläufige Level bietet, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass es in der detaillierten Welt viel zu entdecken gibt. Gemeinsam mit der Story, wird also auch abseits der Kämpfe etwas geboten.
  • Grafik und Technik: Trotz recht steifer Gesichter machen die detaillierte Spielwelt und die Kampf-Animationen einen sehr positiven Eindruck.
  • New Game Plus: Wer möchte kann ein neues Spiel starten, für das Ausrüstung, Materialien, Kampftechniken und mehr schon freigespielt sind. Dort lassen sich auch bisher nicht komplett erkundete Passagen der Hauptgeschichte bequem wiederholen.

Kampfszene The Wind Road

Schwächen von The Wind Road

  • Nur Chinesisch: Zum Launch sind Sprachausgabe und Text von The Wind Road nur auf Chinesisch verfügbar. Der Entwickler verspricht aber, englische Texte später nachzuliefern.

Was noch unklar bleibt

  • Zu komplex? Auf den ersten Blick spielen beim Kampfsystem von The Wind Road unglaublich viele Elemente zusammen: Angriff, Verteidigung, Ausweichen, Ausdauer, unterschiedliche Waffen, versteckte Waffen, Martial-Arts-Techniken, Qi-Stile, (De)Buffs und mehr. Das kann eine große Stärke sein, gerade für Hardcore-Spieler, aber auch schnell überfordern. Animationen und Steuerung müssen unbedingt sauber umgesetzt sein, damit dabei kein Frust aufkommt.

Anmerkung der Redaktion: Vorsicht! Zum Release ist The Wind Road nur auf Chinesisch verfügbar. Dass wir das Rollenspiel trotzdem vorstellen, liegt daran, dass eine englische Textfassung bereits bestätigt wurde. Weil die erst später nachgereicht wird, solltet ihr – zumindest sofern ihr kein Chinesisch sprecht – mit dem Kauf warten.

Wer wird Millionär?

MotoGP 20 im Test

Zusammenfassung: Der neue Teil der MotoGP-Serie will an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen und den Spielern ein noch realistischeres Motorrad-Erlebnis bieten. Mit einem erweiterten Karrieremodus soll genau das erreicht werden. Was wir von dem Rennspaß halten und ob die Entwickler den Erwartungen gerecht werden konnten, erfahrt ihr im Test.

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Vom Reiz der Rennsimulation

Seitdem es Videospiele gibt, wird auch versucht, den Adrenalinkitzel des Motorsports virtuell umzusetzen. Von Arcade-Racern über Rennsimulationen bis zu Funracern wie Crash Team Racing, ist heutzutage für jeden etwas dabei, der Benzin im Blut hat und eine Sehnsucht nach Geschwindigkeit verspürt. Speziell Rennsimulationen haben von der immer besser werdenden Technik profitiert und in den vergangenen Jahren in Sachen Grafik und Realismus eine gewaltige Schippe draufgelegt.

Spiele testen - MotoGP 20

Man erkennt bei manchen Titeln erst auf den zweiten Blick, dass es sich nicht um echten Rennsport handelt, sondern um ein Videospiel. In Corona-Zeiten dienen Formel- 1- und NASCAR-Spiele sogar als Ersatz für die Vorlagen, die dem Virus weichen mussten. Stellt sich die Frage: Ist MotoGP 20 gut genug, um auch dazu zu verleiten, die Fahrten auf Motorrädern von der echten auf die virtuelle Straße zu verlagern?

Motorradrennen fristen ein Dasein im Hintergrund und sind weder im TV noch als Videospiele so populär wie ihre vierrädrigen Pendants. Dabei steht hier um eines mehr auf dem Spiel! Die Rennen sind rasend schnell, stehen der Formel 1 in Punkto Spannung in nichts nach und kleinste Fehler können einen Fahrer nicht nur den Sieg, sondern im schlimmsten Fall sein Leben kosten.

Zwei anstatt vier Räder

MotoGP 20 will genau diese Spannung umsetzen. Motorräder sind in ihrer Fahrweise sehr unterschiedlich zu Autos und das macht sich auch auf der Rennstrecke bemerkbar. Als Laie muss man sich an die neuen Eigenheiten gewöhnen. Es ist nicht nur wichtig, korrekt zu bremsen, richtig zu beschleunigen und zu lenken, man muss auch die Ausrichtung des Fahrers im Blick haben. Lehnt der Fahrer sich in eine bestimmte Richtung, beeinflusst er das Fahrverhalten des Motorrads. Dadurch muss man sich in jeder Kurve richtig positionieren, teilweise so, dass der Körper fast den Asphalt berührt. Auf Geraden muss man sich in den richtigen Momenten aufrichten oder sich klein machen, um auch noch das kleinste Bisschen an zusätzlicher Geschwindigkeit herauszuholen. Hier ist Feingefühl gefragt, denn jede kleine Bewegung zu viel in die eine oder andere Richtung, und der Fahrer landet im Kiesbett. Doch nach einigen Runden gewöhnt man sich an die Steuerung und bekommt ein erfrischend forderndes, aber nachvollziehbares Fahrerlebnis geboten.

Die unterschiedlichen Fahrstile und Motorradklassen beeinflussen das Fahrgefühl ebenfalls deutlich. Ein Motorrad aus der Moto- 3-Klasse völlig anders an als eines der Moto-2-Klasse oder der namensgebenden MotoGP. Sowohl Anfängern als auch erfahrenen Spielern bietet das Spiel unterschiedlichste Einstellungen und Fahrhilfen, mit denen das Fahrgefühl individualisiert werden kann. Dadurch wird auch Motorradspiel-Anfängern ein frustfreier Einstieg gewährt. Die Lernkurve ist ansonsten nämlich sehr steil!

Spielszene MotoGP 20

Das Herzstück von MotoGP 20

Der Karrieremodus ist das Herzstück von MotoGP 20. Hier habt ihr die Möglichkeit, euren eigenen Fahrer zu erstellen. Ihr könnt selbst entscheiden, in welcher der drei Rennklassen ihr starten möchtet. Das neben den verfügbaren Motorrädern auch Auswirkungen auf das Team, welches euch auf eurer Reise hin zum Rennstar begleitet. Neben dem Fahren betätigt ihr euch nämlich auch organisatorisch und stellt etwa Mechaniker, einen Manager und Ingenieure ein. Diese haben verschiedene Fachbereiche, in denen sie sich auskennen und tragen dementsprechend zur Entwicklung eures Teams bei. Startet ihr in der Moto 3, habt ihr schlechteres Personal zur Verfügung, bekommt weniger Gehalt und habt weniger Möglichkeiten, euer Gefährt zu verbessern.

Um ein Upgrade installieren zu können, muss man die Mitarbeiter einem Forschungszweig zuweisen. Dort sammeln sie jede Woche eine bestimmte Anzahl an Punkten, die dann wiederum genutzt werden können, um neue Teile anzufertigen. So kann man über den Verlauf der 52 virtuelle Wochen dauernden Saison nicht nur seine Fahrkünste verbessern, sondern auch sein Motorrad. Neben dem technischen Personal, welches für Forschung und Entwicklung zuständig ist, kümmert sich der Manager um Verträge mit anderen Teams. Mit guten Leistungen steigt die Chance, einen Vertrag von einem besseren Team oder sogar einem Team aus einer höheren Rennklasse zu bekommen.

Rennsimulation: MotoGP 20

Customization und Grafik

Bei einem Team angekommen, kann der Spieler selbst das Aussehen des Fahrers und die Lackierung des Motorrads bestimmen – das klappt natürlich auch außerhalb der Karriere. Helm und Startnummer, Sticker und der Name auf dem Anzug können frei verändert werden. Beim Motorrad warten neben der Lackierung auch die, Farbe, das Material und die abgebildeten Sponsoren auf unseren persönlichen Touch. Allgemein sehen Fahrer und Gefährte super aus und die Details kommen sehr gut zur Geltung. MotoGP 20 hängt der Rennsim-Konkurrenz aber hinterher, wenn man auf die Umgebungsdetails achtet, denn dort trifft man oft auf verwaschene Texturen. Auch auf den höchsten Grafikeinstellungen sehen einige Modelle und Texturen am PC schlecht aus und die Kantenglättung lässt zu wünschen übrig. Auch störend: Das Hinterrad unseres Motorrads sitzt nicht auf dem Asphalt, sondern fliegt ein paar Zentimeter darüber, was natürlich der Atmosphäre nicht allzu zuträglich ist.

Video-Trailer

Benzinschleuder

Die Upgrades, die man nach und nach für seine Motorräder freischaltet, sorgen zwar für ein angenehmes Progressionsgefühl. Sind die Auswirkungen der Verbesserungen auf der Rennstrecke übersichtlich. Mit mehreren Upgrades in den Bereichen Motor, Rahmen, Aerodynamik und Elektronik wurde unser Motorrad im Test zwar schneller, das Fahrgefühl änderte sich aber nicht dramatisch. Immerhin, eines der Upgrades hatte tatsächlich sehr große Auswirkungen, wenn auch anders, als erwartet. Nachdem wir in der Moto 3 alle Erweiterungen für den Rahmen erforscht und eingebaut hatten, waren wir beim Motor beim dritten Upgrade angekommen. Dieses führte dazu, dass unser Kraftstoffverbrauch immens anstieg. In einer einzigen Qualifikationsrunde verbrauchten wir eine Tankfüllung, die normalerweise für 16 Runden gereicht hätte. Wirklich gewollt oder sinnvoll wirkt diese "Verbesserung" nicht, vor allem, da die Upgrades aufeinander aufbauen. Um den Einsatz fortgeschrittener Fahrtechniken wie "Lift and Coast" und sehr, sehr vorausschauendes Fahren kommt man spätestens ab diesem Punkt also nicht mehr herum.

Racing Games: MotoGP 20

Reise in die Vergangenheit

Abseits der Karriere warten weitere Spielmodi auf euch. Im "Historischen Modus" könnt ihr in den Klassen 4-Takt-MotoGP und 500-Zweitakter Teams und Fahrer aus vergangenen Zeiten freispielen. Das tut ihr, indem ihr Punkte in Herausforderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen sammelt, etwa Rennen in festgelegten Klassen. Geschont wird hier niemand, denn die Challenges sind teilweise höllisch schwer; schon die leichteste Herausforderung muss auf dem Schwierigkeitsgrad "Fortgeschritten" absolviert werden. Selbst absolute Profis dürften hier jedoch eine ganze Weile dran sitzen, denn um alle 41 Fahrer und 36 Teams freizuschalten, braucht man Unmengen an Punkten und somit viel, viel Geduld. Dieses Fortschritts-Grinding soll wohl die Langzeitmotivation fördern, nagt aber stattdessen am Spielspaß, gerade in Kombination mit dem hohen Schwierigkeitsgrad.

Multiplayer

Den Multiplayer konnten wir leider noch nicht ausprobieren, da die Server zum Testzeitpunkt noch nicht online waren. Das Spiel bietet auf jeden Fall dedizierte Server, was einem flüssigen Rennverlauf zugutekommen sollte.

Preview von MotoGP 20

Fazit

Die Einstiegshürde ist hoch, aber genau das macht ja auch den Reiz aus. Als jemand, der allgemein mehr Interesse für den Autorennsport hat, werde ich zwar weiterhin bevorzugt zu den Formel-1-Versoftungen greifen, zumal sich die Spiele bezüglich des grundlegenden Aufbaus doch sehr stark ähneln und die F1-Reihe qualitativ in allen Belangen trotz aller Qualitäten von MotoGP 20 ein ganzes Stück vorne ist. Wer allerdings von Rennsimulationen nie genug bekommen kann oder einfach ein Fan der realen MotoGP-Vorlage ist, kann auch bei der aktuellen Auskopplung der Serie ohne schlechtes Gefühl zugreifen.

Wer wird Millionär?

Doom Eternal im Test mit Video

Zusammenfassung: Da fliegen die Dämonenfetzen! id Software packt überall ein paar Schippen drauf und inszeniert rasend schnelle, fantastisch fließende Ballereien, in denen es heftig zur Sache geht. Kettensäge und Glory Kills gewinnen an Bedeutung, außerdem hat der Slayer ein paar neue Tricks auf Lager. Dazu will die Kampagne mit dichterer Story, mehr Umfang und schickeren Levels punkten. Ist das der beste Shooter des Jahres? Im Test zu Doom Eternal finden wir's raus.

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Das erwartet Fans von Doom

Wer dachte, mit dem letzten Doom von 2016 wäre bereits alles aus der Marke rausgeholt, hat Doom Eternal noch nicht erlebt: Vier Jahre nach ihrer letzten Höllen-Ballerei brennen die Shooter-Experten von id Software (Quake, Rage) ein so radikales Action-Feuerwerk ab, dass selbst der Vorgänger im Vergleich einpacken muss. Die Action ist härter und schneller als zuvor, das Leveldesign abwechslungsreicher, die Story dichter, das Design abgefahrener. Alteingesessene Doom-Fans werden vielleicht nicht jede Entscheidung beklatschen, doch am reinen Spielspaß ändert das wenig: Wer sich auf den brutalen Höllenritt einlässt, bekommt einen erstklassigen Shooter, der sich schon jetzt zu den besten des Jahres zählen darf.

PC Spiele Test: Doom Eternal

Zerstörer zwischen Himmel und Hölle

Schon mit dem letzten Serienteil hatte id Software erstaunlich viel Hintergrundgeschichte rund ums Doom-Universum gestrickt, darauf baut Doom Eternal (jetzt für 59,99 € kaufen) nun kräftig auf. Die Handlung knüpft eher lose an den Vorgänger an und bringt den legendären Doom Slayer zur Erde zurück, die bereits seit einigen Jahren von einer Dämoneninvasion verschlungen wird. Von hier aus startet eure Story-Kampagne, für die ihr – je nach Spielweise und Schwierigkeitsgrad – mindestens zehn, besser aber gleich zwanzig Stunden einplanen solltet.

Man merkt, dass id Software der Plot von Doom Eternal wichtig ist. Allerdings fällt der Einstieg selbst mit Vorkenntnissen reichlich verwirrend aus, denn die Autoren feuern gleich zu Beginn eine stattliche Menge an neuen Begriffen, Namen und Orten auf den Spieler ab. Was im Vorgänger oftmals nur am Rande erwähnt wurde, rückt diesmal in den Mittelpunkt: Die Geschichte dreht sich um die Herkunft des Slayers, um die gottgleiche Khan Mayker, um korrupte Höllenpriester und noch korruptere Himmelsdiener, um dämonische Energien, Verräter, Prophezeiungen und vieles, vieles mehr. Wer da durchblicken will, sollte sich nicht nur auf die Dialoge und Zwischensequenzen im Spiel verlassen, sondern vor allem die Dutzenden Codex-Einträge lesen, die ihr durch fleißiges Suchen freischaltet. Erst dann setzt sich der Plot rund um Himmel und Hölle halbwegs schlüssig zusammen. Wie schon im Vorgängerspiel handelt id Software hier offensichtlich aus Rücksicht auf diejenigen Fans, die lieber zackig Monster wegpusten wollen, anstatt einer Story zu folgen. Dumm nur, dass alle anderen deswegen zum Lesen verdammt werden – beim Storytelling bleibt also trotz spürbarer Fortschritte noch Luft nach oben.

Abwechslung in Doom?

Das geht! Bei den Schauplätzen legen die Entwickler kräftig nach: Diesmal seid ihr nicht nur auf dem Mars und in der Hölle unterwegs, sondern erkundet auch völlig neue Umgebungen wie eine verfallene Wächterstadt, eine futuristische Raumstation oder eine Kultistenbasis. Natürlich kehrt ihr auch mehrmals auf die zerstörte Erde zurück, wo ihr unter anderem in verwüsteten Bürogebäuden, U-Bahn-Tunneln, Hochhäusern oder Tiefgaragen auf Dämonenjagd geht. Ungewöhnlich für Doom: Es gibt eine kurze Ballersequenz auf einem fahrenden Zug, ein paar kurze Tauch-Abschnitte und sogar eine Passage, in der wir einen waffenstarrenden, fliegenden Revenant-Dämon kontrollieren! Alles in allem ist Doom Eternal damit spürbar abwechslungsreicher als der Vorgänger.

Der beste Stress seit Jahren

Das Grundprinzip ist aus Doom (2016) bekannt: Ihr erkundet die Levels auf linearen Wegen, stößt dazwischen immer wieder auf größere Arenen, in denen massenhaft Gegnerwellen spawnen, die ihr dann natürlich fachgerecht wegputzen müsst, um den nächsten Weg freizuschalten. Gerade in diesen Arenen läuft die Action von Doom Eternal wieder zu Hochform auf! Als waffenstarrender Doom Slayer wirbeln wir nur so durch die Gegnerwellen, springen, feuern, reißen und schlitzen, bis sich wieder ein fantastischer Flow ergibt, der sogar das Vorgängerspiel locker in den Schatten stellt. Damit das klappt, hat id Software an wichtigen Stellen nachgebessert.

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So fällt das Kampftempo grundsätzlich höher aus als früher. Der Doom Slayer muss per Doppelsprung und Doppel-Dash ständig in Bewegung bleiben und Angriffen ausweichen, was aber leichter gesagt ist als getan: Auch die Gegner sind diesmal deutlich flotter unterwegs, dadurch werdet ihr in allen Kämpfen mächtig unter Druck gesetzt! Deshalb spielen sich gerade die ersten Levels schon auf normaler Schwierigkeitsstufe unerwartet knackig, selbst Doom-Kenner müssen sich erst mal an das neue Tempo gewöhnen. Der hohe Anspruch pendelt sich zwar später ein, sobald man mehr Waffen und Upgrades freigeschaltet hat, doch unterm Strich bleibt Doom Eternal trotzdem deutlich schneller und fordernder als der letzte Teil.

Video

Neue Viecher, neue Tricks

Allerdings stehen euch auch völlig neue Wege offen, um die Dämonenbrut plattzumachen. Viele Gegner haben nun nämlich Schwachpunkte, die ihr taktisch nutzen könnt. Manchen Monstern feuert ihr beispielsweise einfach Granaten ins Maul, anderen schießt ihr kurzerhand die Bewaffnung vom Körper. Einige Feinde verfügen über besonders verwundbare Stellen, andere tragen dafür Energieschilde, die ihr mit der Plasmakanone beackern und so überladen müsst. Das alles bringt tatsächlich einen Hauch von Taktik ins Höllengemetzel, denn wer einfach nur draufhält und seine Munition verballert, macht sich das Leben unnötig schwer.

Neben den bekannten Biestern, die für Doom Eternal teilweise überarbeitet wurden, bekommt ihr es auch mit einem ganzen Schwung neuer, fantastisch animierter Ekelpakete zu tun. Zum Beispiel kehren die mordsgefährlichen Arch-viles, die flinken Arachnotron-Riesenspinnen und die fliegenden Pain Elementals aus Doom 2 zurück, sie peppen die Kämpfe mächtig auf. Auch ein paar ordentliche Bosskämpfe haben die Entwickler eingebaut, die sorgen zwar für etwas Nervenkitzel, bleiben aber kaum im Gedächtnis – hier wäre sicher mehr möglich gewesen. Eine besondere Erwähnung verdient dagegen der Marauder: Dieser neue Gegnertyp tritt als eine Art Slayer-Jäger auf und spawnt glücklichweise nur selten, geht uns dann aber mit einem undurchdringlichen Schild, starker Panzerung, einem bissigen Begleiter und blitzschnellen Attacken, denen sich kaum ausweichen lässt, mächtig auf den Zeiger – hier haben es die Entwickler für unseren Geschmack ein wenig übertrieben.

Bleibt gesund!

Zum Glück bleibt der Marauder aber die Ausnahme, denn die restlichen Änderungen, die id Software vorgenommen hat, bereichen das Spielgefühl enorm und sorgen für deutlich interessantere Gefechte als im Vorgänger. So gibt es nun weniger Lebens- und Rüstungspunkte in den Levels zu finden und auch die Munition ist knapper verteilt. Ihr müsst euch also im Kampf darum kümmern, dass euch die drei Ressourcen nicht ausgehen! Dazu stehen euch natürlich wieder die bekannten, absurd brutalen Glory-Kills zur Verfügung, mit denen ihr wie gewohnt Lebenspunkte von besiegten Feinden erhaltet. Glory Kills laden außerdem den brandneuen Blutschlag auf, ein besonders mächtiger Nahkampfangriff mit Flächenwirkung – unheimlich nützlich in Notfällen!

Um Rüstungspunkte zu gewinnen, dürft ihr Gegner nun mit einem kleinen Flammenwerfer in Brand setzen, dem sogenannten Flammenspeier, der einfach auf Knopfdruck aktiviert wird und dann eine Weile abkühlen muss. Die Feuerpuste macht zwar nicht viel Schaden, sorgt aber dafür, dass getroffene Gegner grüne Power-ups droppen, die eure Panzerung erneuern. Ein enorm wichtiges Werkzeug, das in unserem Test praktisch im Dauereinsatz war! Für frische Munition müsst ihr dagegen einfach ein paar Feinde mit der Kettensäge… besiegen, schon erhaltet ihr einen Haufen frischer Patronen für eure Knarren. Weil diese saubrutale Methode aber deutlich wichtiger ist als im letzten Doom, lässt sich die Säge nun blitzschnell mit einem Knopfdruck aktivieren und kommt auch wesentlich häufiger zum Einsatz. Klasse!

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Man kann es kaum genug betonen: Glory Kills, Flammenwerfer und Kettensäge sind kein schmückendes Beiwerk, sondern absolut entscheidend, um eine Chance gegen die Monsterhorden zu haben! Damit euch der Ressourcennachschub nicht ständig ausgeht, greifen die Entwickler außerdem zu einem simplen Trick: Sie lassen in vielen Arenen einfach kleinere, harmlose Zombies spawnen, damit ihr immer etwas zum Sägen, Kloppen oder Verbrennen habt und auch aussichtslose Situationen noch rumreißen könnt. Und solltet ihr doch mal ins Gras beißen, ist das auch kein Weltuntergang: In Doom Eternal verbraucht ihr beim Bildschirmtod nämlich erst mal ein Extraleben und dürft dann direkt an Ort und Stelle weiterkämpfen, ohne Unterbrechung. Erst wenn alle Leben verbraucht sind, werdet ihr an einen früheren Checkpoint zurückgesetzt und müsst den Kampf vor vorne beginnen. Das ist fair. Neue Extraleben sind zudem ausreichend in den Levels versteckt, haltet also die Augen offen!

Action wie im Rausch

Bei den Waffen setzen die Entwickler auf überwiegend vertrautes Gerät: Die alte Pistole aus dem Vorgänger (hat die eigentlich jemand benutzt?) wurde ersatzlos gestrichen, dafür gibt es ein Wiedersehen mit Plasmagewehr, Shotgun, Raketenwerfer und Minigun. Hier hätten wir uns mehr Fortschritt gewünscht. Zwar gibt es auch ein paar Neuzugänge wie beispielsweise ein cooles Energieschwert, das selbst Riesenviecher mit einem Schlag umsäbelt, doch das Meiste ist eben schon aus dem Vorgänger bekannt. Zum Glück machen die Waffen aber immer noch sauviel Spaß und fühlen sich gewohnt mächtig an. Hinzu kommt, dass die Gegner nun sichtbare Wunden davontragen, die den Waffen zusätzliche Wucht verleihen. Bei einem Schrotflintentreffer fetzt es einem Hell Knight beispielsweise buchstäblich das Fleisch von den Knochen, Mancubus-Dämonen reißt es dagegen die Gesichtshaut runter. Das USK-18-Siegel darf sich id Software diesmal wirklich einrahmen.

Neu und richtig cool: Die Super Shotgun verschießt nun als Sekundärfeuer einen coolen Kettenhaken, mit dem man sich einfach an entfernte Gegner ranziehen kann – das sorgt für noch mehr Tempo und Beweglichkeit in den Kämpfen, gerade in den offeneren Arenen ist das ein echter Vorteil und macht einfach Laune!

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Stärker durch Upgrades

Wie im Vorgänger habt ihr auch wieder die Möglichkeit, eure Waffen mit Upgradepunkten aufzuwerten, die ihr durch geschaffte Arenen und geheime Zusatzbegegnungen verdient. Mit diesen Punkten schaltet ihr für die meisten Knarren wieder zwei Schussmodi frei, die euch im Kampf deutlich flexibler machen. Zum Beispiel kann euer Maschinengewehr dann wieder Mini-Raketen verschießen oder zum Scharfschützengewehr umfunktioniert werden, mit dem ihr einem Revenant auch auf hohe Entfernung lässig die Bewaffnung von den Schultern feuert. Dadurch bleiben alle Waffen bis zum Spielende relevant und nützlich.

Hinzu gesellen sich eine ganze Reihe von Upgrade-Systemen, mit denen ihr euren Doom Slayer nach und nach zur alles vernichtenden Kampfmaschine hochzüchtet. Beispielsweise schaltet ihr durch fleißiges Erkunden verschiedene Runen frei, die ihr für passive Boni in drei Slots einsetzen könnt. Außerdem findet ihr seltene Wächterkristalle, mit denen ihr eure Basiswerte (Rüstung, Leben, Munition) verbessert und weitere passive Vorteile aktiviert. Dazu gibt's Upgrades für euren Anzug, mit denen ihr beispielsweise den eingebauten Granatwerfer, euer Bewegungstempo oder eure Übersichtskarte verbessert. Das alles ist für sich genommen ziemlich unspektakulär, in der Summe gehen die kleinen Upgrades aber völlig in Ordnung und bereichern das Spielerlebnis, ohne es unnötig aufzublasen.

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Super Mario Slayer

Von der Story über die Kämpfe bis hin zu den Schauplätzen merkt man Doom Eternal den Fortschritt an. Doch id Software hat auch anderer Stelle kräftig nachgelegt, die vielleicht nicht jedem Shooter-Fan gefallen dürfte, nämlich bei den Geschicklichkeitseinlagen. Schon im Vorgänger musste man häufig springen und sich an Kanten raufziehen – das funktionierte prima, bekommt in Doom Eternal aber nochmal völlig neue Dimensionen. Diesmal kann der Slayer nämlich an Stangen entlangschwingen und sich an bestimmten Oberflächen festkrallen! Zusammen mit dem bewährten Doppelsprung und dem Doppel-Dash kann der Slayer so auch weite Distanzen überwinden, was die Leveldesigner für einige abgefahrene Geschicklichkeitseinlagen nutzen. Die fallen zwar nie übermäßig schwer aus und spielen sich dank der exzellenten Steuerung sogar richtig gut, ziehen sich aber durch das gesamte Spiel. Wer in Shootern partout keinen Bock auf Sprungeinlagen hat und eher ein klassisches Doom-Erlebnis erwartet, wird sich hier umgewöhnen müssen.

Immerhin: Die Entwickler nutzen die neue Bewegungsfreiheit ausgiebig, um diesmal deutlich kreativere Levels zu bauen. Dort sind nun auch mehr Secrets versteckt, für die es sich lohnt, auch mal vom Weg abzukommen und um die Ecke zu denken. Es locken spielrelevante Goodies wie Extraleben, Cheats oder Upgrade-Punkte, aber auch viel Bonuskram wie Sammelpuppen oder freischaltbare Musikstücke, die sich nicht aufs Gameplay auswirken.

Die Verstecksuche ist völlig freiwillig, bietet aber eine prima Möglichkeit, um zwischen den intensiven Kämpfen einfach mal kurz durchzuatmen. Diesmal ist es auch kein Problem, wenn man mal etwas übersieht, denn am Ende jedes Levels wird nun ein Schnellreisesystem freigeschaltet – dadurch könnt ihr einfach in frühere Bereiche zurückspringen und verpasste Geheimnisse nachholen.

Ego Shooter: Doom Eternal

Trautes Heim, Stress muss sein

Wer die Levels sorgfältig absucht, stößt auch unerweigerlich auf sechs versperrte Slayer Tore, für die ihr zunächst passende Schlüssel in der Nähe auftreiben müsst. Hinter den Toren warten besonders knifflige Arenen, in denen es richtig zur Sache geht, da müsst ihr euch durch Unmengen von Feinden mähen und irgendwie am Leben bleiben. Stress pur, im positiven Sinn! Am Ende der Arena erhaltet ihr dann einen von sechs Himmelsschlüsseln als Belohnung.

Diese Schlüssel kommen auf der neuen Fortress of Doom zum Einsatz. So heißt eure schwebende Festung, in die ihr mehrmals zurückkehrt und in der ihr euch dann frei umsehen könnt. Dort lässt sich auch jede Menge Zeug freischalten, zum Beispiel könnt ihr mit gesammelten Wächterbatterien versperrte Türen öffnen und dahinter liegende Upgrades aktivieren. Außerdem gibt es einen verschlossenen Behälter, in dem sich eine optionale Superwaffe befindet, eine Alternative zur BFG-Monsterwumme – hier werden nach und nach die sechs Himmelsschlüssel eingesetzt. Doom-Kenner dürften sich außerdem über die vielen Easter Eggs freuen, die es in der Festung zu entdecken gibt – schaut euch einfach mal das Bücherregal und den "Schreibtisch" des Doom Slayers genauer an!

Durchgespielt – und jetzt?

Obwohl Doom Eternal letztendlich ein linearer Shooter bleibt, könnt ihr nach dem Durchspielen noch etwas Spielzeit rauskitzeln, zum Beispiel indem ihr euch an den Master Levels versucht, das sind besonders knifflige Varianten bekannter Kampagnenmissionen. Für Profis lockt neben mehreren Schwierigkeitsgraden (lassen sich jederzeit umstellen) außerdem noch eine Permadeath-Option.

Doom Eternal konzentriert sich zwar stark auf seine Einzelspielerkampagne, hat aber auch einen Mehrspielermodus an Bord, in dem der Slayer gegen zwei von Spielern gesteuerte Elite-Dämonen antritt. Der asymetrische Modus macht einen netten Eindruck, allerdings konnten wir ihn bei Redaktionsschluss noch nicht unter Live-Bedingungen testen. Das holen wir in Kürze nach!

Tolle Technik, Hammer Sound

Mit Doom Eternal bringt id Software erstmals die brandneue id Tech 7 zum Einsatz. Die Engine glänzt auf allen Konsolen mit hohen Frameraten, kurzen Ladezeiten, schicken Levels und fantastisch animierten Gegnern. Ein paar optisch eher langweilige Gänge und graue Innenräume fallen da kaum ins Gewicht. Auf PS4 Pro wird auf Wunsch von 1440p auf 4K-Auflösung hochskaliert, die Xbox One X rechnet von 1800p hoch. Doch egal auf welcher Plattform und in welcher Auflösung ihr spielt, Doom Eternal sieht jederzeit gut aus und spielt sich auch mit dem Gamepad sehr flüssig und präzise.

Auch auf dem PC zeigt Doom Eternal eine ausgezeichnete Performance. Dank umfangreicher Grafikoptionen lässt sich die PC-Version außerdem auch auf betagteren Rechnern flüssig spielen, notfalls auch bei reduzierten Details, was es unserer Ansicht nach aber Wert ist – in 60 FPS spielt sich Doom einfach am besten! Auch die sehr kurzen Ladezeiten fielen uns hier positiv auf und störende Bugs haben wir im Test überhaupt nicht bemerkt.


Anno-1800 – Die Passage im Test

Zusammenfassung: Na also, geht doch! Die Passage ist das geworden, was sich Anno-1800-Spieler gewünscht haben. Wir verraten im PC Spiele Test, warum dieser DLC vieles liefert, was wir in Gesunkene Schätze und Botanika noch vermisst haben.

Inhaltsverzeichnis

Eine Expedition zur Expedition

Die Arktis ist nicht gerade dafür bekannt, ein besonders einladender Ort zu sein. Was verschlägt uns in dem DLC also in dieses lebensfeindliche Gebiet? Die Passage bedient sich bei seiner Prämisse an einem historischen Vorbild. Wir haben die Aufgabe, die verschollene Franklin Expedition ausfindig zu machen.

Diese Gruppe aus Männern unter der Führung des berühmten Polarforschers Sir John Franklin ist in Anno 1800 – Die Passage vor einem Jahr in der Arktis verschwunden und nun bittet uns seine hinterbliebene Gattin um Hilfe. Es wird nicht lange gezögert. Wir beladen eine Expeditionsschiff mit ausreichend Vorräten, stellen sicher, dass in der Alten Welt alles seinen geregelten Gang geht, klemmen uns noch schnell den exzentrischen Erfinder Nate unter den Arm und schon geht es nordwärts.

Lesetipp: In diesem Artikel testen wir Anno 1800.

PC Spiele im Test

Auch wenn das alles sehr spannend klingt, sollte man von der neuen Story nicht allzu viel erwarten. Die Hauptmissionen sehen in der Regel vor, unseren Stützpunkt in der Arktis solange auszubauen, bis wir einen Luftschiffhangar besitzen und unser erstes fliegendes Frachtschiff erschaffen haben.

Danach begeben wir uns auf eine Suche in den hohen Norden der neuen Karte. Das macht die Story eher zweckmäßig, allerdings bieten die wenigen richtigen Missionen ein paar schöne Ideen. Schon während der Expeditionsreise müssen wir uns etwa für eine Route entscheiden. Später finden wir Tagebuchseiten, die uns über den Verlauf der Franklin-Expedition aufklären und Hinweise geben, wo wir nach ihnen suchen sollen. Eine willkommene Abwechslung zu den Wimmelbildern und Warentransporten des Hauptspiels.

Eine beeindruckende Atmosphäre

Der Autor dieser Zeilen verachtet Schnee normalerweise aus tiefstem Herzen. Er ist kalt, man bleibt entweder darin stecken oder rutscht aus und ständig dringt er durch die kleinste Ritze in die Kleidung. Schnee ist nur dann schön, wenn man drinnen eine warme Tasse Tee schlürfen kann und aus dem Fenster schaut. Die Passage vereint auf wundervolle Weise beide dieser Eigenarten der weißen Decke, die sich natürlich in der Arktis über allen Inseln ausbreitet.

Beim Spielen wird eine Sache nämlich sehr, sehr deutlich: Die Arktis zu besiedeln ist verdammt anstrengend. Wir reden hier nicht von den paradiesischen Inseln der neuen Welt. Es ist bitterkalt und wenn unsere fröstelnden Entdecker sich über mangelnde Wärme beklagen, dann glauben wir ihnen. Uns friert es ja schon, wenn wir uns nur ihre bescheidenen Zelte inmitten der Schneemassen ansehen. Zudem ist die Arktis tödlich. Wer nicht ausreichend für Wärme sorgt, hat schnell eine Geisterstadt vor sich.

PC Games testen - Anno 1800 Die Passage

Auch erfahrene Anno-Spieler werden an diesen Herausforderungen zu knabbern haben. Die lebenswichtigen Heizöfen verschlingen Unmengen an Kohle und oft gibt es nicht genug Platz, um auf der Insel ausreichend Köhlereien zu errichten. Das zwingt uns dazu, entweder noch mehr Inseln in der Arktis zu besiedeln (die natürlich dasselbe Problem haben) oder Kohle aus bereits besiedelten Regionen zu importieren. Das führt unter Umständen soweit, dass wir neue Kohleminen erschließen oder effizientere Handelsrouten planen müssen, mit denen die Versorgung der Alten Welt und der Arktis gewährleistet wird.

Doch Die Passage betont auch die schönen Seiten des Winters, wenn uns irgendwann bewusst wird, dass wir ja in unserer heimeligen und gut beheizten Wohnung vor dem PC sitzen. Dann können wir uns nämlich an einem wahren Winterwunderland ergötzen, dass die Entwickler erschaffen haben.

Wie schon das Hauptspiel strotzt die Arktis vor Detailliebe. Die gewaltigen Eisklippen glänzen in der Mittagssonne, Schneewehen fegen über offene Flächen, Robben rutschen vergnügt über einen Gletscher und bei Nacht leuchtet unser Lager zwischen weißen Bergriesen und Tannenbäumen. Gemeinsamen mit der eher getragenen Musik verströmt das Ganze eine deutlich melancholischere Atmosphäre als die bekannten Regionen und macht allein die Arktis schon zu etwas Besonderem.

Eine geballte Ladung voller Endgame-Inhalt

Dass die Arktis so fordernd ist, ist natürlich ihrem Endgame-Anspruch geschuldet. Hier sollte sich niemand herwagen, der nicht schon viele Stunden in Anno 1800 verbracht hat. Tatsächlich wird die Arktis erst ab der Ingenieurs-Bevölkerungsstufe spielbar, doch selbst das könnte für manche Inselreiche noch zu früh sein.

Inhaltlich kann die Arktis mit der Neuen Welt verglichen werden. Ihr lastet euch auf einen Schlag also viele neue Inseln, zwei neue Bevölkerungsstufen, neue Ressourcen und damit auch neue Produktionsketten auf. Allerdings bietet die Arktis anfangs noch sehr wenig im Gegenzug. Anfänglich lassen sich mit den wenigen Entdeckern etwa die unbedingt notwendigen Heizkörper kaum refinanzieren und ihr müsst schnell Waren wie Messing importieren um aufzusteigen. Das kostet Geld und Ressourcen.

PC Spiele - Anno 1800

Erst mit dem Erreichen der zweiten Arktis-Bevölkerungsstufe »Techniker« wird das Eisreich auch für eure anderen Regionen nützlich. Allerdings nur, indem bereits bekannte Bedürfnisse schneller erfüllt werden können. Die Arktis bieten etwa ertragreichere Goldminen und bessere Jagdhütten, die beide Ressourcen in größeren Mengen liefern. Erst das neue Gas bietet eine Ressource, die ihr überall gebrauchen könnt, aber nur in der Arktis abbaut. Bis dahin dürften die Meisten aber gut und gerne zehn Stunden beschäftigt sein.

Gegen Ende der Hauptquest finden dann auch nach und nach die KI-Gegner ihren Weg in die Arktis und machen euch die Insel streitig. Sollte das zu einem Krieg führen, wird es kritisch, denn ihr könnt in der Arktis nur kleine Kanonentürme bauen und solltet deshalb auch eure Flotte zur Verteidigung entsenden.

Das klingt jetzt alles sehr anstrengend. Aber genau das ist ja das Tolle an Die Passage! Es gibt endlich wieder was zu tun. Wir dürfen planen, abwägen und müssen gleichzeitig unsere alten Gebiete weiterentwickeln. Später widmen wir uns mit dem Bau des Luftschiffhangars sogar einem zweiten Monumentalprojekt, das sehr viel Aufmerksamkeit fordert – auch wenn die Fertigstellung deutlich weniger Zeit und Ressourcen kostet als bei der Weltausstellung.

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Mehr als nur heiße Luft

Wenn ihr euch durch Die Passage spielt, werdet ihr im Eis irgendwann auf Gasvorkommen stoßen. Diese neue Ressource ist einzigartig und kann nur auf riesigen Eisklippen abgebaut werden. Damit ihr sie überhaupt erreichen könnt, braucht ihr einen Luftschiffhangar und müsst euer erstes Luftschiff bauen. Denn nur die fliegenden Frachter können Waren auf die komplett kahlen Tafelberge transportieren.

Die Eisklippen zu besiedeln, ist dann nochmal eine Herausforderung für sich. Wir reden hier von Inseln, auf denen es absolut nichts gibt. Und um das Gas abzubauen, braucht ihr schon ein paar Hundert Techniker. Ihr müsst also eine ganz neue Stadt aufziehen und die Entdecker solange versorgen, bis sie aufsteigen können. Dafür habt ihr am Anfang nur ein Luftschiff zur Verfügung, denn für weitere braucht ihr ja das Gas. Ein gewaltiges Vorhaben, das sowohl durch seine Komplexität als auch mit zwei mächtigen Belohnungen reizt.

Die Luftschiffe sind sehr schnell und können nicht abgeschossen werden. Zwar wirkt sich der Wind stärker auf sie aus und sie haben weniger Platz als ein Frachter, doch der Nutzen übersteigt diese Nachteile. Wer einmal genug Gas abbaut, um mehrere dieser Wunderwerke zu besitzen, kann damit jede seiner Routen enorm beschleunigen.

Die Passage - Anno 1800 im Test

Neben den Luftschiffen hat das Gas noch einen weiteren Vorteil. Ihr könnt auf einer Insel mit Investoren ein Gas-Kraftwerk bauen. Dadurch spart ihr euch das fummeligen Verlegen von Schienen, denn das Kraftwerk funktioniert ohne Öl. Ihr müsst lediglich das Gas fördern und in die Alte Welt bringen. Das Kraftwerk ist also eine enorme logistische Hilfe, wenn ihr eure Insel noch weiter optimieren wollt.

Wenn ihr eure Session allerdings schon so weit ausgebaut habt, dass ihr im Prinzip alle Bedürfnisse erfüllt und euch vor niemanden mehr fürchten müsst, sind Kraftwerk und Luftschiffe nur nettes Beiwerk. Es lohnt sich daher mehr, den Arktis-DLC in einer Partie zu starten, in der ihr euch noch verbessern könnt.

Lohnt sich jetzt der Season Pass?

Die Passage erfüllt eine Aufgabe, der Gesunkene Schätze und Botanika nicht ganz gewachsen waren. Anno 1800 wird durch den DLC ein noch besseres Spiel. Eine rundere Erfahrung, dank der wir wirklich mehr Zeit in dem Spiel verbringen wollen. Damit rechtfertigt Die Passage seinen Preis im Einzelkauf vollauf. Wenn ihr euch Die Passage also für 15 Euro zulegen wollt, macht ihr damit nichts falsch.

Schwieriger ist es da mit der Frage nach dem Season-Pass. Allerdings ist dieser mit knapp 25 Euro gar nicht so viel teurer als wenn ihre euch die Passage allein zulegt. Für etwa 10 Euro mehr bekommt ihr hier also die riesige Kontinentalinsel aus Gesunkene Schätze und den Botanischen Garten aus Botanika, was zu dem Preis zumindest eine nette Dreingabe ist. Immerhin waren beide DLCs zwar nicht wirklich herausragend, aber auch keine Vollkatastrophen. Zusammen mit Die Passage wird aus dem Season Pass ein hervorragendes Inhaltsupdate, zu einem ohnehin schon erstklassigen Aufbauspiel.

Anno 1800 PC Games Preview

Fazit

Obwohl Die Passage perfekt zur kalten Jahreszeit passiert, hätte ich mir den DLC viel, viel früher gewünscht. Denn dann hätte ich mir überhaupt keine Sorgen um die Zukunft von Anno 1800 machen müssen. Hier haben wir ja endlich all das, was bei den anderen Erweiterungen noch bemängelt wurde. Die Passage macht das Hauptspiel besser, weil es sinnvoll erweitert wird. Manch einer wird wahrscheinlich trotzdem große Gameplay-Neuheiten wie bei früheren Addons vermissen. Doch ich hatte in der Arktis eine glorreiche Zeit. Zumindest eine weitaus bessere als meine bibbernden Entdecker.

Hier haben wir einen DLC, der spielerisch zwar nicht das Anno-Rad neu erfindet, aber dafür mit mehr Komplexität am Laufen hält. In der Arktis gibt es jede Menge zu tun, von der Versorgung unserer ersten Inseln bis hin zum Besiedeln der kargen Eisklippen. Und das Ganze fügt sich dann auch noch wunderbar ins bestehende Spiel ein. Mein persönliches Highlight von Die Passage ist aber die Atmosphäre. Man merkt, wie viel Recherche in die Gestaltung der Arktis geflossen ist. Wie viele neue kleine Details unseren Lagern Leben einhauchen. Besonders die melancholische Grundstimmung macht die Arktis für mich zur liebsten Region, in der ich mich inzwischen lieber aufhalte als in meinen vor dekadenten Investoren strotzenden Großstädten. Hier geht alles etwas ruhiger vonstatten. Alles wirkt so bedrückend, und doch irgendwie schön. Wer Anno 1800 schon großartig fand (Amazon´s Sonderausgabe Anno 1800 hier bestellen), sollte auf jeden Fall einen Blick in die Arktis riskieren.

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Replica Uhren als stilvolle Alternative

Der Begriff "Replica" ist breit gefächert und wird oft falsch gedeutet. Interessenten verstehen darunter Fälschungen, billige Kopien oder Look-A-Likes. Besonders im Uhrensegment ist der Begriff definierbar. Replica Uhren sind genaue Nachbauten älterer oder stark begrenzter Luxusmodelle. Ebenso sind aktuelle oder noch vorhandene Modelle als Replicas erhältlich. Als Beispiel dient die Sea Dweller Ref. 1660 von Rolex, welche im Zeitraum um 2008 stark modifiziert wurde. Nehmen wir an, ein Uhrenliebhaber wünscht sich genau das Modell vor dem Jahr 2008 und kann auf den Luxus verzichten. Dann ist eine Replica Uhr die einzig sinnvolle Alternative. Looke-A-Likes ähneln dem Original, sind aber kein genauer Nachbau des Modells. Das besondere Gefühl einer stimmigen Alternative kommt nicht auf. Abschließend betrachtet wird der Begriff "Replica" mit sehr hochwertigen Nachbauten in Verbindung gebracht. Replicas weisen eine durchschnittliche Preisspanne von 120 Euro bis 300 Euro auf und sind im Vergleich zu den echten Luxusuhren besonders günstig. Die Preise sind der Qualität angepasst und übertreffen die Qualität handelsüblicher Uhren in selbiger Preiskategorie. Daher ist die Überlegung, die Replica einer normalen Uhr vorzuziehen, nicht negativ behaftet. Es gibt Replica ETA Uhren, die das beliebte ETA-Uhrenwerk verbauen und nutzen. Einige Modelle sind auf watchcopy.pw zu finden.

Unterschiede zwischen guten und schlechten Replicas

Der Wortlaut Replica wird gerne missbräuchlich für Uhren verwendet, die eine miserable Qualität aufweisen. Dadurch wird beim Verkauf ein zutiefst hochwertiges Produkt vermittelt, um den Kauf schneller abzuschließen. Hierbei handelt es sich um Onlineshops oder Verkäufer, die sehr kurz auf dem Markt aktiv sind und in rascher Zeit eine Masse an minderwertigen Uhren verkaufen. Um sich vor schlechten Shops zu schützen, bedarf es einer kleinen Recherche. In Deutschland hat sich das Forum unter der Website http://replicauhren.pro/ einen Namen gemacht. Dort diskutieren deutsche Uhrenfanatiker über ihre Erfahrungen mit guten und schlechten Onlineshops. Jeder kann sich im Forum selbst beteiligen und erhält Hilfe aus der Community. Zu den vertrauenswürdigen Shops gehört beispielsweise die Website watchcopy mit einer guten Auswahl an Produkten.

Sind Replicas in Deutschland erlaubt?

Als Privatperson ist der Kauf und Besitz von Replica Uhren und Replica ETA Uhren legal und zugelassen. Eine Verletzung der Markenrechte liegt erst dann vor, wenn der Einkauf einer gewerblichen Absicht unterliegt. Pauschal können sich Privatpersonen nicht strafbar machen, da schon die Einfuhr von echten Fälschungen (nicht Replicas) bis 430 Euro im europäischen Raum erlaubt ist. Hierbei gilt der Verkehrswert der Ware selbst. Dementsprechend sind Sorgen beim Einkauf einer Replica unbegründet.

Ein kleines Resümee zum Abschluss Uhrenliebhaber müssen sich für Replicas nicht schämen, denn die haargenauen Nachbauten bieten eine hochwertige Qualität. Ein Uhrensammler kann keine Summe im Wert eines Einfamilienhauses für Luxusuhren ausgeben, weshalb Replicas als gute Wahl anzusehen sind. Zudem stellt der Verzicht auf Gold und andere Spielereien für Träger dieser Uhren kein Problem dar.

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Age of Wonders: Planetfall

Zusammenfassung: Das neue Age of Wonders setzt auf ein knackfrisches Sci-Fi-Setting, zeigt sich spielerisch aber so anspruchsvoll wie eh und je: Einsteiger müssen sich erst eine Weile reinfuchsen, Profi-Strategen dagegen dürfen sich auf einen knackigen Mix aus Civ, XCOM und Heroes of Might & Magic freuen! 

Inhaltsverzeichnis

Eine neue Macht erhebt sich

Mit Planetfall lässt die Serie ihre Fantasy-Wurzeln hinter sich, stattdessen setzen die Entwickler Triumph Studios erstmals auf ein Sci-Fi-Setting, das überraschend hoffnungsvoll daherkommt: Nach dem Zusammenbruch eines gigantischen, intergalaktischen Imperiums übernehmen wir die Kontrolle über eines von sechs Völkern, die sich aus der Asche der alten Zivilisation erheben und ein weiteres Mal zu den Sternen aufbrechen. Dabei geraten wir natürlich mit den anderen Fraktionen aneinander, die es ebenfalls auf den Spitzenplatz in der neuen Rangordnung abgesehen haben.

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Age of Wonders: Planetfall PC Games

Die sechs spielbaren Fraktionen präsentieren sich dabei wunderbar unterschiedlich: Manche favorisieren Umweltforschung und soziale Entwicklung, andere dagegen setzen auf militärische Stärke, Expansion oder Spionage. Die zwergenhaften Dvar sind beispielsweise Experten in Sachen Produktion und verfügen über verheerende Flächenangriffe. Die schauerlichen Assembly dagegen stellen so etwas wie Hightech-Zombies dar: Sie sind Cyborgs, die ihre mechanischen Körper mit den Überresten ihrer Gegner verstärken. Das verschlagene Syndikat wiederum versteht sich vor allem auf Psi-Waffen, Tarnfähigkeiten und Geheimoperationen, während die menschliche Vorhut ihre Schwerpunkte in Propaganda, Militär und Fernkampfeinheiten setzt. Die insektenhaften Kir'Ko glänzen dafür mit schnellem Bevölkerungswachstum und Massen an biologischen Nahkampfeinheiten. Und dann gibt es noch die Amazonen, die ihre Stärke aus der Natur ziehen und auf genetisch modifizierten Wildtieren in die Schlacht reiten – darunter sogar bis an die Zähne bewaffnete Dinosaurier. Ziemlich cool!

Bunte Vielfalt 

Bei Spielstart wählt ihr aber nicht nur eure Fraktion, sondern auch einen Kommandanten als mächtige Heldeneinheit, die euch durchs Spiel begleitet und die ihr mit verschiedenen Eigenschaften und Perks eurem Geschmack und Spielstil anpassen könnt. Außerdem müsst ihr euch eine von sechs Geheimtechnologien aussuchen, die auf wohlklingende Namen wie Xenoseuche, Promether, Synthese oder Void Tech hören. Sie liefern euch nicht nur Spezialeinheiten, Modifikationen und Fähigkeiten, sondern schalten auch einen eigenen Forschungsbaum frei. An dessen Ende steht immer eine besonders mächtige Doomsday-Technologie, mit der ihr eine Partie auf einen Schlag siegreich beenden könnt, sofern es den Gegnern nicht gelingt, euren Plan in einem bestimmten Zeitfenster zu kontern: Das ist aber natürlich nur eine von vielen Siegesbedingungen, ihr könnt erobern und kämpfen, verhandeln, spionieren, siedeln und Aufgaben erfüllen.

Spieletipps Age of Wonders: Planetfall

Wie ihr dabei vorgeht, ist euch überlassen, trotz Einsteigertipps nimmt Planetfall den Spieler kaum bei der Hand. Für Genre-Profis ist das ideal, alle anderen müssen sich auf etwas Einarbeitungszeit einstellen, bis man den Bogen raus hat: Das Spiel schüttet eine riesige Menge an Informationen und Begriffen über euch aus, die alle berücksichtigt werden wollen! Das Regelwerk lässt sich dank eines Glossars zwar jederzeit detailliert nachschlagen, allerdings fällt das Menü so umfangreich aus, dass schon das Durchscrollen mehrere Minuten beanspruchen kann.

Ein guter Schuss Civilization

Planetfall umfasst eine umfangreiche Story-Kampagne, Gefechte im freien Spiel oder drei verschiedene Mehrspielermodi: online, Hot seat und asynchron (die wir leider noch nicht testen konnten). Die Ausgangslage bleibt dabei immer gleich: Ihr verbringt wieder den Großteil der Spielzeit auf zufallsgenerierten Karten, die auf den ersten Blick an 4X-Größen wie Civilization 6 oder Beyond Earth erinnert. Dort erkundet ihr mit euren Truppenverbänden – die wieder aus bis zu sechs Einheiten bestehen – die Umgebung, entdeckt so Ruinen des gefallenen Imperiums, neutrale Fraktionen (die sich uns anschließen können), feindselige Aliens, Nebenquests, Rohstoffe, Technologien und vieles mehr. Dabei stolpert ihr auch immer wieder über Story-Schnipsel, die mehr über die das neue Sci-Fi-Setting verraten.

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Anders als in Age of Wonders 3 ist die zufallsgenerierte Karte in viele kleinere Sektoren mitsamt verschiedener Terrain-Merkmale unterteilt. Die bestimmen unter anderem ihr wirtschaftliches Potenzial, also welche Ressourcen (Energie, Nahrung, Wissen oder Produktion) ihr aus dem Sektor gewinnen könnt, um eure Mutterkolonie mit Einkommen zu versorgen und auszubauen. Dazu dürft ihr Sektoren beispielsweise als Provinzen an euer Reich anschließen, sofern ihr über genügend Kolonisten verfügt, oder aber ihr baut dort eine vorgelagerte Basis, die zwar kein Einkommen erzielt, es euren Feinden aber erschwert, sich den Sektor unter den Nagel zu reißen. Auch in der Diplomatie sollen Sektoren eine wichtige Rolle spielen, was wir in unserer knappen Spielzeit aber leider noch nicht ausprobieren konnten.

Forschung und Mods

Wie in Age of Wonders 3 verwaltet ihr eure Siedlungen über ein schlichtes, aber aufgeräumtes Listenmenü. Mit verbesserten Militärgebäuden könnt ihr beispielsweise stärkere Einheiten erzeugen, andere Upgrades kurbeln dagegen Wissenschaft oder Wachstum an. Neue Technologien entwickelt ihr über mehrere Forschungsbäume, die sich in Bereiche wie Militär, Wirtschaft oder Geheimtechnologien verzweigen. Habt ihr außerdem erste Waffenmods ausgetüftelt oder erbeutet, könnt ihr damit nicht nur eure Kommander-Heldeneinheit anpassen, sondern auch alle anderen Truppentypen in eurem Sortiment. Die einfache Wumme der Standardsoldaten gegen einen mächtigen Flammenwerfer eintauschen? Verbesserte Rüstung gegen Giftangriffe entwickeln? Oder ein Jetpack umschnallen, mit dem Infanteristen über Hindernisse hinwegdüsen? Das und vieles mehr ist möglich und dürfte in den fordernden Kämpfen für zusätzlichen Tiefgang sorgen.

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Taktieren wie in XCOM

Wie in Age of Wonders 3 können wir mehrere Truppenverbände auf einmal in eine Schlacht führen, sofern sie bei Kampfbeginn auf einem angrenzenden Feld stehen. Vor jeder Auseinandersetzung lässt uns das Spiel außerdem wieder die Wahl: Entweder wir lassen den Ausgang der Partie automatisch ausrechnen, oder aber wir stürzen uns manuell ins taktische Rundengefecht, was wir natürlich bei jeder Gelegenheit getan haben – schließlich hat das Kampfsystem einiges zu bieten!

Zu Beginn jeder Schlacht sind die Verteidiger am Zug, erst danach darf auch der Angreifer Befehle erteilen. Entscheidend ist dabei, seine Einheiten erst mal vernünftig in Stellung zu bringen: Vegetation, Schutt, Bauwerke, Fahrzeuge und Geröll bilden ähnlich wie in Firaxis' XCOM hohe und niedrige Deckung, hinter denen wir unsere kleineren Truppen positionieren. Besonders große Einheiten wie die Artillerie-Mechs der Vorhut oder die Dinosaurier der Amazonen dürfen zwar keine Deckung nutzen, doch dafür haben sie einen anderen Vorteil: Sie können ihren Kameraden als bewegliche Mauer dienen und ihnen so Schutz vor Angriffen bieten. Jede Einheit verfügt über Aktionspunkte, die wir klug einsetzen müssen. Wer geschickt vorgeht, kann Feinden beispielsweise in die Flanke fallen und so besonders verheerende Treffer landen.

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Außerdem lassen sich viele Teile der Umgebung nun zerstören, etwa mit Raketen oder Granaten, aber auch mit bestimmten Umgebungsobjekten wie alten, hochexplosiven Treibstofftanks. Sichtlinien und Geländebeschaffenheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Je näher wir uns an einen Feind bewegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Einheit ins Schwarze trifft. Ab einer Trefferwahrscheinlichkeit von 75 Prozent sind komplette Fehlschüsse übrigens ausgeschlossen, allerdings kann der Angriff dann immer noch in einem Streifschuss enden, der nur noch die Hälfte des Schadens verursacht.

Sinnvolle Neuerungen

Da viele Einheiten auf Fernkampfwaffen setzen, wurde außerdem ein vertrautes Feature integriert: Wie in XCOM dürfen wir unsere Truppen nun in einen Overwatch-Modus versetzen, dadurch eröffnen sie automatisch das Feuer, sobald feindliche Truppen in ihr Sichtfeld laufen, das wir allerdings von Hand ausrichten müssen. Bestimmte Angriffsarten können Gegner zudem ins Taumeln bringen, eine wichtige Mechanik, denn dadurch verlieren sie Aktionspunkte und ihr Overwatch-Status wird aufgehoben!

In unserer Anspielzeit konnten wir neben unserem Helden – der sich natürlich auch aufleveln und weiterentwickeln lässt! – nur die frühen Standard-Einheiten befehligen. Doch schon die sorgten für fordernde Gefechte: Jede Fraktion nutzt unterschiedliche Waffentypen, die etwa Gift-, Blitz-, Psi- oder Feuerschaden verursachen, und natürlich gibt es auch passende Resistenzen. Fliegende Einheiten sind ebenfalls im Angebot: In unserer Spielzeit mit den Assembly verfügten wir beispielsweise über einen Inspektor, eine mechanische Drohne, die in Windeseile über Hindernisse hinweg fliegt und von Nahkämpfern nichts zu befürchten hat. Ihre leichte Bewaffnung gleicht sie mit einem Reparaturwerkzeug aus, mit dem wir unsere Plünderer (günstige Fußsoldaten) und Scharfschützen zügig heilen.

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Ebenfalls ziemlich cool: der Rekonstruktor, ein biomechanischer Supporter, der nur aus einem Oberkörper mit jeder Menge Armen besteht. Mit ihm können wir ein Konstrukt – eine kampfstarke Dienereinheit – erschaffen oder sogar gefallene Truppen an Orte und Stelle wiederbeleben, was aber nur jeweils einmal pro Schlacht möglich ist. Wenn wir den Rekonstruktor allerdings anweisen, gefallene Einheiten vom Schlachtfeld direkt "wiederzuverwerten", lädt er damit seine verbrauchte Energie neu auf und darf seine Fähigkeiten ein weiteres Mal nutzen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt's auch noch sogenannte Operationen; das sind Spezialfähigkeiten, die wir nach ein paar Runden direkt auf dem Schlachtfeld auslösen dürfen – so werfen wir etwa eine mächtige Schredderbombe ab oder rufen ein Drop Pod aus dem Orbit, das einen kampfstarken Marine enthält, der uns danach bis zum Ende des Gefechts erhalten bleibt.

Auch mit Gamepad: Alles im Griff!

Bei so viel taktischer Fülle ist es natürlich umso wichtiger, dass sich Planetfall übersichtlich und verständlich präsentiert. Auch hier zeigt sich die jahrelange Erfahrung der Entwickler: Das aufgeräumte und angenehm flotte Interface leistete in unserer Spielzeit bereits sehr gute Arbeit. Da Planetfall außerdem das erste Age of Wonders für Konsolen ist, haben wir mit unserer PC-Fassung gleich noch die Gamepad-Steuerung ausprobiert. Unser Ersteindruck: richtig gut! Auch mit dem Controller hatten wir schnell alles im Griff und die Texte wirkten gut lesbar. Wenn die PS4- und Xbox-One-Fassungen bei Release auch technisch überzeugen, steht dem Spielspaß auf Konsole nichts im Wege!


Anno 1800 im Test

Zusammenfassung: Anno 1800 kehrt im Test mit Bravour zurück zu den historischen Serienwurzeln und liefert einen großartigen, wenn auch nicht ganz perfekten Kompromiss aus Vergangenheit und Moderne.

Inhaltsverzeichnis

Industrielle und spielerische Revolution

Anno 1800 verfrachtet das seit 20 Jahren bewährte Grundprinzip der Aufbauspielreihe ins Zeitalter der Industriellen Revolution. In einer zufällig generierten Inselwelt besiedeln wir unser erstes Eiland zunächst mit ein paar Bauern und platzieren Holzfäller, Sägewerke, Fischereien, Schäfer, Webereien, Kartoffelfarmen, Schnapsbrenner sowie einen Marktplatz, um sukzessive ihre Grundversorgung sicherzustellen.

In diesem Artikel haben wir einen Preview Anno1800 geworfen, jetzt haben wir es ausführlich getestet.

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Sobald wir alle Bedürfnisse erfüllen, können wir sie zu Arbeitern befördern, was neue Gebäude und Betriebe, aber eben auch neue Anforderungen unserer Bürger freischaltet. Mit jeder der fünf Zivilisationsstufen erfordert unser Inselreich komplexere Produktionsketten, ausgeklügeltere Handelsrouten und mehr Expansion, was uns zwangsläufig in mehr oder weniger diplomatischen Austausch mit unseren Computerkonkurrenten, neutralen Händlern und Piraten bringt.

Geniale neue Ideen Anno

1800 begeht jedoch nicht den Fehler, einfach nur ein Best-of der bisherigen sechs Serienteile zu liefern, sondern ergänzt das bewährte Spielprinzip auch mit ebenso neuen wie cleveren Ideen. Allen voran, dass wir für jeden Betrieb nun auch die passenden Arbeitskräfte benötigen.

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Ingenieure wollen sich schließlich nicht auf dem Weizenfeld die Hände schmutzig machen, umgekehrt können wir keine Bauern in einer Brillenfabrik beschäftigen. Das macht den Bevölkerungsaufstieg bis ins Endgame hinein zu einer enorm wichtigen und spannenden Entscheidung. Denn die Arbeiter, die wir zu Ingenieuren befördern, könnten uns schon beim nächsten Minenbau dringend fehlen.

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Auch die klassischen Effizienzbauer müssen umdenken. Denn zum einen steigt die Brandgefahr, je dichter wir Siedlungen und Industrieflächen bebauen. Und zum anderen wird wird in Anno 1800 erstmals auch die Attraktivität unserer Siedlungen bewertet, was insbesondere im späteren Partieverlauf eine wichtigere Rolle spielt, wenn Schornsteinschlote die Luft verpesten oder wir Touristen auf unsere Inseln locken wollen.

Ebenfalls eine klasse Ergänzung sind Gebäude wie das Rathaus oder die Handelskammer, in denen wir Spezialisten oder Gegenstände deponieren, um so Einfluss auf die umliegenden Häuser und Betriebe zu nehmen. So erhöht »Chantelle die Feinschmeckerin« mal eben die Produktivität aller Metzgereien im Umkreis um 40%. Und schwupps, schon haben wir einen verdammt guten Grund, unsere Wurstproduktion neu zu arrangieren.

Was taugt die Story-Kampagne?

Einen guten Teil der Feinheiten und Möglichkeiten von Anno 1800 lernt ihr im Verlauf der Story-Kampagne, die sich ebenso wie in Anno 2205 ins Endlosspiel integriert und sich entsprechend genauso umfangreich konfigurieren lässt. Die gute Nachricht: Die Kampagne erzählt eine deutlich interessantere und besser inszenierte Geschichte als der Vorgänger. Die schlechte: Von der Qualität der Story-Kampagne von Anno 1404 bleibt sie Welten entfernt.

Dabei beginnt die Geschichte durchaus viel versprechend: Wir sollen die Unschuld unseres im Gefängnis verstorbenen Vaters beweisen, dürfen dabei sogar immer mal wieder kleinere Entscheidungen treffen und deutlich mehr Zwischensequenzen bewundern als in Anno 2205.

Kampfszenen bei Anno 1800

Die Missionen konfrontieren uns dabei mit abwechslungsreichen Aufgaben wie die Sprengung eines Berges oder eine Schiff-Beschattungsmission, die sich anfangs gut ins Endlosspiel einfügen und uns nebenbei viele wichtige Spielelemente beibringen.

Die Kampagne bringt allerdings auch drei große Probleme mit sich: 1. Die Geschichte endet nach 10 bis 20 Stunden (je nach Spielweise) enorm abrupt mit einem enttäuschenden Finale, das viele Fragen offenlässt. 2. Ihre Tutorialfunktion erfüllt die Kampagne nur unzureichend, da wir sie bereits auf der dritten Zivilisationsstufe abschließen können.

Das Endgame wird entsprechend komplett außen vorgelassen, was einerseits Serieneinsteiger mit vielen Herausforderungen alleinlässt und andererseits viel dramaturgisches Potenzial verschleudert. Kein Vergleich mit dem Bau eines Kaiserdoms in der Kampagne von Anno 1404! 3. Die Kampagnenelemente kommen sich immer wieder ins Gehege mit den Endlosspiel-Ereignissen. So zwingen uns manche KI-Gegner, schon früh aggressiv zu expandieren und aufzurüsten, wodurch die Kampagne erst zur Nebensache und anschließend viel zu einfach wird.

Insbesondere Anno-Einsteigern empfehlen wir deshalb, die Kampagne mit leichten oder gar keinen Computer-Konkurrenten zu spielen. All diese Probleme machen die Kampagne von Anno 1800 zwar nicht zu einer Katastrophe, aber eben auch nicht zu einem Highlight, was angesichts der enormen spielerischen Möglichkeiten dann doch eine leichte Enttäuschung ist.

Trailer

Die Vor- und Nachteile des Kampfsystems

Auch am Kampfsystem von Anno 1800 werden sich die Geister scheiden. Und das liegt weniger am bewussten Verzicht auf Landschlachten, die wir in der Praxis tatsächlich kaum vermisst haben. Um Inseln per Gewalt zu erobern, beschießen wir solange die jeweiligen Hafenanlagen, bis die Bewohner kapitulieren.

Dann können wir die Insel entweder als Quasi-Kolonie weiterführen, was uns einen konstanten Geldbetrag aufs Konto schaufelt. Oder wir reißen sie uns komplett unter den Nagel, was allerdings das Abreißen aller bestehenden Gebäude zur Folge hat, sodass wir komplett bei Null anfangen müssen. Auf Verteidigerseite befestigen wir unseren Hafen mit diversen Abwehrkanonen. Und je mehr Hafengebäude wir bauen, desto mehr muss der Angreifer zu Klump schießen, bevor unsere Bürger schließlich kapitulieren.

Kampf um die Herrschaft Anno 1800

Spielmechanisch ergibt das durchaus Sinn, weil uns die Eroberung einer größeren, bevölkerten Insel sofort nahezu unbesiegbar machen würde, was insbesondere Multiplayer-Partien sofort jede Spannung nimmt. Atmosphärisch wirkt es dennoch ein wenig albern, wenn eine pulsierende Metropole binnen Sekunden zu unberührter Natur wird.

In den Seegefechten führen wir acht unterschiedliche Kampfschiffe in die Schlacht. Und anfangs macht es auch richtig Laune, deren Eigenheiten in Scharmützeln clever auszuspielen. So müssen wir mit Segelschiffen die Windrichtung einkalkulieren, oder attackieren Fregatten von hinten, sodass diese keine Breitseiten abfeuern können. Hinzu kommen Spezialwaffen wie Mörser oder Torpedos, die klug eingesetzt durchaus einen Unterschied machen können.

Wo die Spielbalance hakt

Krieg ist zum Glück nur eine von vielen Möglichkeiten, um mit unserer Konkurrenz zu interagieren. Wir können sie als Questgeber aufsuchen, Allianzen schmieden, Handelsverträge schließen und sogar Anteile an ihren Inseln kaufen, was schlussendlich sogar eine (extrem kostspielige) Übernahme ermöglicht. Letztere hat aber genauso eine Zerstörung der Gebäude zur Folge wie weine gewaltsame Eroberung.

Die KI verhält sich dabei deutlich nachvollziehbarer und cleverer, als es nach der zu befürchten war. Gröbere Schnitzer sind uns im Test keine aufgefallen, was angesichts der Komplexität von Anno 1800 durchaus bemerkenswert ist.

Im Gegenteil: Bereits Gegner der zweiten Stufe haben uns derart ins Schwitzen gebracht und aggressiv expandiert, dass wir uns mehr diplomatische Optionen gewünscht hätten, um eine angespannte Beziehung wieder zu verbessern. Selbst nachdem wir etwa Lady Hunt mehrere Inseln abgeknöpft und ihre halbe Flotte versenkt hatten, verlangte sie für einen Friedensvertrag noch astronomische 550.000 Münzen. Dabei hätte sie eigentlich uns was geben müssen, waren wir ihr doch hoffnungslos überlegen!

Alternativ können wir uns auf einen langwierigen Vernichtungsfeldzug begeben, sie komplett von der Karte zu schmeißen, oder eben in Kauf nehmen, dass der traurige Rest ihrer Flotte noch auf Stunden hinaus wieder störrisch unsere Handelsrouten piesackt. Beides bringt einige Zähigkeit in den sonst so fantastischen Spielfluss. Ist man dagegen militärisch unterlegen, hilft manchmal sogar nur noch das Laden eines früheren Spielstands – von denen wir glücklicherweise anders als im Vorgänger wieder beliebig viele anlegen dürfen.

Serienveteranen werden sich über diese Herausforderung freuen, Einsteigern empfehlen wir aber, bei ihrer Endlosspiel-Konfiguration eher friedliebende Konkurrenz zu wählen.

Die Eisenbahn verändert alles

Generell ist es die wohl größte Leistung von Anno 1800, dass es mit zunehmender Spieldauer immer besser wird – eine absolute Ausnahme im sonst eher von Routine geplagten Aufbauspielgenre. Während wir in Anno 2205 nach 20 Stunden nahezu alles gesehen hatten, legt Anno 1800 dann erst richtig los. Denn erst mit der vierten Zivilisationsstufe »Ingenieure« schalten wir die Produktionskette der Elektrizität frei, was im Grunde genommen die komplette Logistik unserer Hauptinsel auf links dreht.

Um nämlich unsere Industriebezirke und Innenstädte mit Strom zu versorgen, müssen wir dort nicht nur Kraftwerke platzieren, sondern diese auch per Schienennetz mit Öl beliefern. Und pro Gleis kann logischerweise nur ein Zug fahren!

Eisenbahn bei Anno 1800 einsetzen

Als Lohn winken gigantische Produktions- und Konsumgewinne. Also verlegen wir Schienen, platzieren störende Gebäude um, grübeln über die optimalen Orte für Bahnübergänge sowie Brücken und sind stolz wie Oskar, als nach all der Tüftelei unsere erste mit Öl beladene Dampflok schließlich schnaufend das Kraftwerk erreicht.

Anno 1800 gibt sich zudem alle erdenkliche Mühe, diesen entscheidenden Meilenstein der Industriellen Revolution angemessen zu zelebrieren. Dass wir es hier mit dem derzeit schönsten und technisch beeindruckendsten Aufbauspiel zu tun haben, sollte bereits beim Blick auf unsere Bilder klar sein.

Aber es sind die kleinen Details, die aus Anno 1800 einen solchen Hingucker machen, im wahrsten Sinne des Wortes. Etwa dass nach der Inbetriebnahme des ersten Kraftwerks unsere Wege nun plötzlich von Stromleitungen überspannt sind oder die Pferdekarren durch kleine LKW ersetzt werden. Die Phrase »Macht allein schon beim Zuschauen Spaß« war noch nie so wahr.

Kann genauso Multiplayer wie Offline

Neben der Kampagne und dem klassischen Endlosspiel liefert Anno 1800 auch einen ebenso umfangreich konfigurierbaren Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler.

Mit sechs unterschiedlichen Siegbedingungen von einer bestimmten Bevölkerungszahl bis hin zum abgeschlossenen Bau von Monumenten erlaubt dieser ebenso kurze Partien (zumindest für Anno-Verhältnisse) von wenigen Stunden, als auch epische Aufbauspiel-Matches, die sich über mehrere Tage und Wochen ziehen – was beides dank der einfachen Spielersuche via Uplay und der komfortablen Speicherfunktion gleichermaßen gut funktioniert.

Etwas schade finden wir indes, dass es keinerlei auf den Multiplayer-Modus zugeschnittene Spielelemente gibt, etwa Sabotageaktionen oder eine Koop-Variante. Zumindest letzteres wollen die Entwickler von Ubisoft Blue Byte aber noch nachliefern.

Anno 1800 jetzt spielen

Während wir für Mehrspieler-Partien logischerweise mit dem Internet verbunden sein müssen, lassen sich alle anderen Modi von Anno 1800 anders als im Vorgänger auch komplett offline spielen, ohne auf irgendwelche Funktionen verzichten zu müssen – von ein paar via Uplay freischaltbaren Ornamenten und Charakterportraits einmal abgesehen.

Und so bekommen Aufbauspielfans unter dem Strich genau das Anno 1800, das sie sich erhofft hatten. Ein Anno, das die großen Stärken aller Serienteile miteinander kombiniert. Ein Anno, das Einsteiger mit seiner Zugänglichkeit und fantastischen Grafik sofort begeistert und Serienveteranen wochenlang motiviert, dank beeindruckender Spieltiefe sowie einem enormen Wiederspielwert. Ein Anno, bei dem ihr tatsächlich wieder dankbar seid werdet, dass es euch daran erinnert, doch mal eine Kaffeepause zu machen.


Metro: Exodus im Test

Zusammenfassung: Metro: Exodus tritt im Test den meisterhaften Beweis an, dass auch in Shootern eine großartige Story und Open-World-Erkundung zusammenpassen. Alle News, Infos und Video zum Shooter jetzt hier.

Inhaltsverzeichnis

Traumreise durch die Apokalypse

Die Geschichte von Metro: Exodus ist die einer Reise durch das postapokalyptische Land. Auf der Suche nach einem strahlungsfreien Ort zum Leben machen sich Protagonist Artjom, seine Frau Anna und sein Team von Spartan-Rangers in der Dampflok Aurora auf den Weg.

Sie dient als Basis und Ankerpunkt während des Spiels – hier führen wir Gespräche mit der Crew, warten unsere Ausrüstung und erhalten neue Befehle von Miller, dem Oberst der Rangers und Annas Vater.

Survival Games - Metro: Exodus

Wasser- und Treibstoffmangel, kaputte Schienen und andere Hindernisse, zwingen die Aurora immer wieder zum Anhalten. Dann brechen wir auf, um die jeweilige Zone zu erkunden und das Problem zu beheben.

Dabei stapfen wir am Ufer der Wolga durch Schlamm und Schnee, verkriechen uns in der Wüste am Kaspischen Meer vor Sandstürmen oder schlagen uns durch das Unterholz der herbstlichen Taiga. So schafft Metro: Exodus deutlich mehr optische Abwechslung als seine Vorgänger.

Doch egal wo wir uns gerade befinden: Die Level strotzen nur so vor Details! In verfallenen Hütten finden wir Skelette an noch immer gedeckten Tischen sitzen, Poster und Landkarten an den Wänden geben Hinweise auf die Welt vor dem Atomkrieg und Tagebücher und Tonbänder erzählen von den letzten Erlebnissen vieler Überlebender.

Diese unglaublich stimmungsvolle Endzeit-Welt weckt unweigerlich den Erkundungsdrang und belohnt fleißige Entdecker mit zusätzlichen Story-Häppchen, wertvollen Crafting-Materialien oder sogar neuen Gadgets.

Emotionen mit einer Einschränkung

Bevölkert wird diese unwirtliche Welt natürlich von gefährlichen Mutanten und Banditen, aber nicht alle Bewohner der Spielwelt sind Artjom feindlich gesinnt: Immer wieder stolpern wir über Personen in Not, Einzelgänger und Überlebenskünstler, die uns unter die Arme greifen (oder umgekehrt).

Jede einzelne dieser Charaktere hat viel zu erzählen und wirkt äußerst glaubhaft, was nicht zuletzt an den sehr gelungenen deutschen Synchronstimmen liegt. Das gilt insbesondere für die Crew der Aurora, zu der wir im Verlauf der Story eine echte Bindung aufbauen. Unsere Mitstreiter wachsen uns mit jedem Einsatz ein Stück mehr ans Herz – und damit wächst auch die Angst sie zu verlieren.

Dumm nur: Ausgerechnet Artjom selbst ist in den Gesprächen nicht vertont und wirkt dadurch im Gegensatz zu den anderen Charakteren austauschbar und leer. In einer besonders intimen und emotionalen Szene legt sich Anna in Artjoms Schoß und schüttet ihm ihr Herz über ihre Vergangenheit, ihre Ängste und Hoffnungen aus. Der Held tätschelt ihren Arm und bleibt stumm. Und wir würden ihn am liebsten anbrüllen: "Sag es ihr! Sag ihr doch einfach, dass du sie liebst, verdammt noch mal!". Dieses Problem ist vor allem deshalb so unverständlich, weil Artjom sehr wohl (und auch noch gut) vertont wurde – er meldet sich allerdings ausschließlich in den Ladebildschirmen zu Wort.

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Metro kann immer noch Horror!

Ja, in Metro: Exodus geht es deutlich häufiger an die frische Luft, als in den Vorgängern. Trotzdem bleibt uns eine große Stärke der Serie erhalten: gruselige Innenlevel! So verschlägt es uns sowohl im Verlauf der Geschichte als auch in optionalen Nebenmissionen in düstere Bunkeranlagen, Höhlen oder Tunnel. Und dort kommt wieder all das zum Tragen, was die Fans an der Metro-Serie lieben. Hektisch überprüfen wir das Strahlungslevel per Geigerzähler an unserem Handgelenk, schrauben neue Filter in unsere Gasmaske und kurbeln am mobilen Generator, um unsere Taschenlampe am Laufen zu halten.

Gleichzeitig lauschen wir auf verdächtige Geräusche – schließlich könnte uns jederzeit ein Mutant angreifen oder eine tödliche Falle zuschnappen. Entsprechend wichtig ist eine sorgfältige Vorbereitung auf die Ausflüge in den Untergrund: Haben wir genug Munition dabei? Sind die Waffen gereinigt? Stecken genug Heilungsspritzen im Rucksack? Unvorsichtige Hasardeure finden in Metro: Exodus schnell in den Tod in den Klauen einer fiesen Kreatur, durch Ersticken oder durchsiebt im Sperrfeuer von Wegelagerern.

Solche meist linearen Abschnitte wechseln sich im genau richtigen Rhythmus mit Ausflügen an die Oberfläche ab. Die Gebiete erreichen dabei nie die Größe eines oder , bieten aber für Metro-Verhältnisse viel Bewegungsfreiheit. Um lange Fußmärsche zu vermeiden, stehen auch hin und wieder Fahrzeuge zur Verfügung, wie Ruderboote oder ein rostiger Kleinbus.

Im Fokus stehen die Vehikel aber nicht – erwartet also keine Verfolgungsjagden oder Fahrzeugkämpfe wie in . Mangels Schnellreise-Funktion sind sie aber sehr praktisch, um schnell von A nach B zu kommen. Der Bus bietet außerdem mobilen Schutz vor fliegenden Kreaturen wie den fledermausartigen Dämonen, mit dem Boot erreichen wir ansonsten unzugängliche Stellen. Artjom selbst wagt sich nämlich nicht in das mutantenverseuchte Wasser!

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Nebenjobs im Wasteland

Optionale Nebenquests lenken uns immer wieder vom Pfad zur nächsten Story-Mission ab, ohne aufdringlich oder nervig zu werden. Stattdessen liefern sie uns einen Grund, die liebevoll gestalteten Gebiete noch etwas genauer zu erkunden.

So sollen wir an einer Stelle versklavte Arbeiter befreien, anderswo einem kleinen Mädchen ihr verlorenes Spielzeug zurückbringen. Spielerisch überrascht das selten, aber es bereichert die Welt, lässt uns noch mehr ein Teil von ihr werden.

Belohnt wird das mit zusätzlichen Gesprächen und Infos über die Spielwelt, manchmal aber auch mit frischer Ausrüstung. Befreien wir zum Beispiel einen Gefangenen aus seinem Käfig, überlässt er uns den Schlüssel zu einem zuvor unzugänglichen Korridor, wo wir wertvolle Patronen und ein Nachtsichtgerät finden.

Überhaupt wirken die offenen Level äußerst lebendig, überall finden wir kleine Banditen-Camps, Nester von Mutanten, Wildtiere wie Hasen und Hirsche oder gefährliche Anomalien, die durch Strahlung entstanden sind und denen wir besser aus dem Weg gehen. Für eine kleine Verschnaufpause zwischendurch sorgen sichere Zufluchtsorte: Das sind Hütten oder andere Verstecke, an denen wir gefahrlos unsere Ausrüstung reparieren, Munition herstellen oder uns schlafen legen können.

Dabei legen wir fest, zu welcher Tageszeit Artjom aufwachen soll. Der dynamische Tag-Nacht- und Wetterwechsel hat durchaus Auswirkungen auf die Charaktere in der Spielwelt und damit auch auf unsere Missionsplanung: Ein nächtlicher Überfall auf ein Lager, in dem die meisten Wachen schlafen, ist eben einfach erfolgversprechender!

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Den Überblick verlieren wir trotz aller Open-World-Ansätze in Metro: Exodus nie, ein roter Story-Faden bleibt durchgehend präsent. Haben wir ein Gebiet beendet, geht die Reise für Artjom und seine Leute weiter. Eine Rückkehr in bereits abgeschlossene Areale ist unmöglich – ärgerlich für Spieler, die gern nach der Hauptstory alle Items sammeln und Quests erfüllen, aber auch logisch im Sinne der Story.

Anders als viele andere Open-World-Epen, kann man Metro: Exodus durchaus mal zwischendurch für eine Stunde anwerfen und spürbaren Fortschritt erzielen. Die Postapokalypse wird uns in mundgerechten Häppchen serviert.

Survival muss nicht nerven

Metro: Exodus ist kein Survival-Spiel, bei dem wir Hunger- oder Durst-Werte im Blick behalten oder Bäume fällen müssen, um einen Bogen zu bauen. Trotzdem setzt der Shooter auf die Selbstständigkeit des Spielers und baut so eine mitreißende Survival-Stimmung auf.

Bildschirm-Anzeigen gibt es so gut wie gar nicht, unser Ziel finden wir mithilfe von Kompass und Karte. Wie es um Artjoms Gesundheit bestellt ist, erkennen wir an seiner Atmung und roten Schlieren am Bildschirm. Und wer Gegner entdecken will, muss halt genau hinschauen – und das ist gut so, denn jedes leuchtende Icon wäre angesichts der packenden Atmosphäre ein Icon zu viel.

Ob wir gerade verstrahlt werden und wie lange unsere Filter für die Gasmaske noch reichen, müssen wir ebenfalls selbst an der Anzeige an Artjoms Handgelenk ablesen. Das Armband lässt sich mit weiteren nützlichen Gadgets wie Kompass, Metalldetektor oder Bewegungsmelder bestücken.

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Elektrische Geräte wie Taschenlampe und Restlichtverstärker wollen regelmäßig mit frischem Strom versorgt werden und wer seine Waffen nicht reinigt, steht womöglich im nächsten Gefecht mit Ladehemmung da. Geht die Gasmaske zu Bruch, müssen wir uns mit Klebeband behelfen, bis wir die nächste Werkbank finden (und so lange mit eingeschränkter Sicht leben).

Das klingt auf dem Papier alles nach Arbeit und lästiger Ablenkung vom Shooter-Kern, greift aber wunderbarer ineinander und sorgt dafür, dass wir kleinlichst auf unser Equipment achten – wie es sich für einen echten Überlebenskämpfer auf einer Expedition eben gehört.

Ob wir wertvolle Ressourcen in einem Kampf verschwenden oder den Feind lieber heimlich umgehen, muss sorgsam abgewogen werden. Stealth wird so zu einer äußerst attraktiven Alternative zum offenen Kampf in Metro: Exodus.

Wir entscheiden, wie die Geschichte endet

Artjom schlägt Feinde entweder hinterrücks K.O. oder macht von seinem Messer Gebrauch. Ob wir friedfertige NPCs töten oder Personen in Not helfen, kann dabei direkten Einfluss auf den weiteren Verlauf der Story nehmen, Metro: Exodus hat nämlich mehr als ein Ende. Das sorgte in unserem Test dafür, dass wir sofort wieder neu anfangen wollten, als nach 25 Stunden der Abspann lief, nur um zu sehen, was wir diesmal denn alles anders machen könnten.

Generell gilt: Wer schleichend vorgeht, kommt deutlich langsamer voran, schont aber den Munitionsvorrat. Wer aus allen Rohren ballern will, kommt aber damit ebenfalls zum Ziel. Welcher Weg der richtige ist, hängt neben Ausrüstung, Tageszeit und Situation ganz vom Spieler ab. Die Balance zwischen Schießen und Schleichen passt, Metro: Exodus richtet sich nach uns und nicht umgekehrt – so wie es sein sollte.

Im Gefecht schleudern uns die menschlichen Gegner neben Blei und Molotow-Cocktails auch immer wieder wüste Beschimpfungen zu, die jeden Kommentarbereich auf YouTube alt aussehen lassen. Trotzdem stellen sie sich manchmal nicht besonders clever an und stecken die Köpfe fast schon demonstrativ so weit aus der Deckung, als würden sie förmlich um einen Headshot betteln.

Unterm Strich trübt das den Spielspaß aber kaum, denn zum einen fällt dieses Manko in Innenbereichen weniger ins Gewicht als draußen, zum anderen beweisen die Feinde trotz allem eine respektable Treffsicherheit.

Nettes Detail: Ist eine Gruppe stark dezimiert, ergeben sich die übrigen Kämpfer meist und recken die Arme in die Luft. Wegschicken oder fesseln dürfen wir sie dann aber nicht, stattdessen werden wir wie bei Schleichangriffen vor die Wahl gestellt, ob wir sie bewusstlos hauen, oder kaltblütig unser Messer zücken – erneut mit den entsprechenden Nebenwirkungen, was das Ende der Geschichte betrifft.

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Versunken in der Endzeit

Metro: Exodus ist eines dieser Spiele, die immer besser werden, je mehr man sie auf sich wirken lässt. Wir sind im Test richtiggehend versunken in dieser postapokalyptischen Welt, in ihren vielen Details und ihren düsteren Geschichten. Und während diese Welt fast zum Greifen nahe rückt, tritt die blanke Spielmechanik in den Hintergrund. Zahlen, Werte, Icons und Statistiken interessieren in Metro: Exodus nicht.

Stattdessen achten wir auf die kleinen Dinge, wie eine Bewegung am Horizont, ein leichtes zittern in der Stimme einer Frau oder den Schein einer Fackel. Metro: Exodus nimmt den Spieler in die Verantwortung, sein Überleben in dieser Welt selbst zu sichern, ohne ihn bei der Hand zu führen und erzählt dennoch eine spannende und gefühlvolle Geschichte.

Die Reise der Aurora durch verschiedene Zonen führt uns an so unterschiedliche, faszinierende und unheimliche Orte, dass wir uns zwangsläufig fragen, warum wir in den Vorgängern nie irgendwann die Nase voll von der grauen dunklen Metro hatten. Endlich stößt die Serie die verschlossenen Tore auf und zeigt uns und den Figuren in dieser Welt, was dort draußen noch alles schlummert. Und eins ist klar: Es war allerhöchste Eisenbahn!

Trailer

Wer wird Millionär?

Resident Evil 2 Remake

Zusammenfassung: Gute Weine reifen mit der Zeit zu Klassikern heran. Bei „Resident Evil 2“ ist das der Fall. Das beliebte Survival-Horror-Spiel jagt vielen Fans der ersten Stunde auch heute noch einen kalten Schauer über den Rücken. Jetzt kommt das Remake auf den Markt – alle Infos hier!

Inhaltsverzeichnis

Story des Games

Wie im Original von 1998 entscheiden Sie sich zu Beginn, mit welchem Protagonisten Sie Ihren Spieldurchlauf durchzocken wollen. Claire und Leon stehen zur Wahl, und je nach dem für wen Sie sich entscheiden, erleben Sie einen veränderten Spielverlauf, in dem sich die beiden Charaktere manchmal über den Weg laufen. Und die Story bietet zudem immer wieder dramaturgische Wendungen und überraschende Szenen: Zum Beispiel bleibt es nicht nur bei Ihrer auserwählten Hauptperson. Zwischenzeitlich trifft Leon die mysteriöse Agentin Ada, die Sie später in einer Sequenz sogar selbst spielen müssen. Zwar haben Sie dann nicht mehr Ihre mühsam zusammengesammelten Waffen und Inventargegenstände dabei, dafür sorgt Ada dann mit dem EMF Visualizer für frisches Gameplay: Dabei handelt es sich um einen Handscanner mit dem Sie Wände durchleuchten und nach Leitungen sowie Stromkästen suchen, diese aktivieren und so Wege freischalten.

Horror Games - Resident Evil 2

Der tägliche Kampf ums Überleben

Apropos Wege: Hier hat Capcom viele Änderungen eingebaut, etwa neue Räume und Fundorte von Gegenständen, sodass auch alte Hasen neue Lösungen finden müssen. Sonst wäre es ja auch zu langweilig, denn es macht unglaublich großen Spaß, in diesem Horrorszenario die richtigen Wege aufzudecken. Insbesondere die große Polizeistation ist der absolute Hammer und Lieblingsschauplatz! Auf mehreren Stockwerken lösen Sie in dem zumeist spärlich beleuchteten Gebäude Rätsel und sammeln Hinweise, um sich von Raum zu Raum voranzutasten. Auf Ihrer Schnitzeljagd stoßen Sie teilweise auf Hürden, die Sie erst viel später im Spiel überwinden können, sobald Sie dann endlich das lang ersehnte Puzzleteil in den Händen halten. Hinzu kommen Zahlenschlösser und Safes, deren Kombinationen Sie allmählich aufdecken – und die glücklicherweise nicht mehr mit denen des Originals übereinstimmen. Gefundene Hilfsmittel und Hinweise führen Sie wie auf einer Schatzsuche kreuz und quer über die Karte und auch regelmäßig wieder zurück in alte Areale. Und die Freude ist unbeschreiblich, wenn Sie nach einer gefühlten Odyssee endlich die Tür zu einem lange verschlossenen Raum betreten können – voller Hoffnung auf den nächsten Hinweis oder Heilmittel sowie Munition.

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Das altbekannte Platzproblem

Medizin und Futter für Ihre Bleispritze benötigen Sie dringend, und das Zeug ist so selten wie weiße Raben. Es schmerzt jede Kugel, die daneben geht – und das geschieht oft, weil die Zombies gerne ungleichmäßig rumeiern. Besonders nervenaufreibend ist es, wenn Sie kurz vorm Krepieren sind und nur noch mit ein, zwei Kugeln verzweifelt die Areale nach dem nächsten Heilmittel durchforsten – und am besten noch durch mutantenverpestete Räume schleichen müssen, die ihre Händen nach Ihnen ausstrecken. Im Inventar lassen sich übrigens wieder Kräuter zu Medizin kombinieren, aus Schießpulver mixen Sie Patronen zusammen. Und natürlich – „Resi“-Fans wissen Bescheid – ist das Inventar stark begrenzt. Ihre Tasche erweitern Sie erst nach und nach um weitere Steckplätze, um mehr Schlüsselobjekte oder Patronen mitzunehmen. Die wenigen überschüssigen Dinge lagern Sie wieder in Kisten, die sich neben den Speicherpunkten finden. Das sind wie damals Schreibmaschinen, für die Sie jetzt aber erfreulicherweise keine Farbbänder mehr benötigen. Auch super: Verwendete Gegenstände, die Sie im Spielverlauf nicht mehr benötigen, werden markiert. So müssen Sie diese nicht mehr unnötig mitschleppen – ein Segen!

Leon und Claire bei Resident Evil 2

Die Zombies

So bleibt nämlich mehr Platz für ausbaufähige Waffen und Patronen. Sehr sinnvoll, denn Raccoon City ist von Zombies und mutierten Wesen verseucht. Zu allem Ärger erweisen sich die untoten Viecher als äußerst zäh, stehen oft sogar nach mehreren Kopfschüssen wieder auf. Besonders fies: Manche liegen nach einer Ladung Schrot in der Mutantenfresse scheinbar tot am Boden und geben keinen Mucks mehr von sich. Doch der Schein kann trügen, denn die Biester könnten Ihnen beim nächsten Besuch doch noch um den Hals fallen – aber eben nicht auf die nett gemeinte Art. Außerdem kommen oft auch neue hinzu, diese Unsicherheit treibt den Puls jedes Mal in die Höhe, wenn Sie einen Raum betreten. In „Resident Evil 2“ lauert das Böse überall – und das ist auch verdammt gut so!

Video-Trailer

Der Tyrant

Aber das Böse wartet nicht nur in jedem Winkel auf Sie, sondern zeigt sich in vielen widerwärtigen Facetten. Nicht nur Zombies, unförmig mutierte Gestalten, grimmige Fleischklumpen, und weitere Ausgeburten der Hölle wollen Leon und Claire ins Reich der (Un-) Toten befördern. Im Spiel freut sich auch der Tyrant auf ein Treffen mit Ihnen. Aber Sie sich bestimmt nicht auf ihn, denn hierbei handelt es sich um einen äußerst unangenehmen Zeitgenossen. Gefühlte drei Meter groß und beinahe so breit wie hoch ist er die absolute Killermaschine. Wie ein Berserker ist der böse Bursche hinter Ihnen her, stampfenden Schrittes versucht er Leons oder Claires Leben auszuknipsen. Inbesondere sein Gestampfe ist enorm furchterregend, etwa wenn Sie sich gerade in einem Raum vor dem wandelnden Muskelschrank verstecken – und Sie ihn immer näher kommen oder vor der Tür herummarschieren hören. Plus: Der tollwütige Typ macht auch vor Wänden nicht halt. Noch ein Grund, aus dem Sie sich in diesem Spiel nie wirklich sicher fühlen werden.

The Tyrant bei Resident Evil 2

Grafisches Highlight

Dafür sieht der Schocker wie aus dem Ei gepellt aus. „Resi“ hat dank komplett grundüberholter Grafik einen fast zeitgemäßen Look, die festen Kameraperspektiven von damals haben zum Glück ausgedient. Das Remake erstrahlt im neuen Glanz und spielt sich jetzt aus der Schulterperspektive. Allerdings sind ein Wechsel zur Ego-Perspektive oder gar VR, so wie in „Resident Evil 7“, nicht drin. Dafür erzeugen die frischen Licht- und Schattenefekte eine noch eindrucksvollere Horrorstimmung – viel besser als im Original. Ganz grundsätzlich sieht das Remake gelungen aus, nur hier und da stören die krisseligen Spiegelungen in den Texturen und manchmal auch die plätschernden Regenpfützen.

Wer wird Millionär?

Neuer Start-Termin für das Piratenspiel Atlas

Zusammenfassung: Mit Atlas steht der Release eines neuen aufregenden Piraten-MMORPGs bevor. Das Studio Wildcard hat jetzt den ​Early-Access-Start um einige Tage verschoben. Alle News dazu und ein umfangreicher Trailer erwarten euch im folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Early Access-Start verschoben

Studio Wildcard hat den Start der Early-Access-Phase des Piraten-MMORPGs Atlas verschoben. Allerdings nur um wenige Tage, um den Titel in einen guten Zustand zu bekommen. Noch vor Weihnachten könnt ihr euch dann mit über 40.000 anderen Spielern Seeschlachten auf einer riesigen Inselwelt liefern.

Piraten-MMORPGs Atlas

Wer gehofft hatte, ab dem 13. Dezember einen Blick auf das Piraten-MMORPG Atlas erhaschen zu können, der muss sich nun ein paar Tage länger gedulden.

Studio Wildcard, das Team hinter dem Dino-Survival-Spiel ARK, erklärt, dass man eine weitere Woche Zeit braucht, um das Spiel zu optimieren und zu verbessern. Der neue Starttermin der Early-Access-Phase über Steam ist der 19. Dezember. Damit könnt ihr euch aber noch vor Weihnachten ein Bild des Onlinespiels machen.

Gameplay

In Atlas baut ihr euch ein Schiff, stellt eine Crew aus anderen Spielern und NPCs zusammen und segelt los, eine gigantische Inselwelt zu erkunden. Ihr erobert Regionen, baut dort Festungen und erweitert nach und nach euer Imperium. Ihr entscheidet dabei, ob ihr auf einem PvE- oder einem PvP-Server spielen möchtet. Atlas nutzt eine neuartige Server-Technologie, die es über 40.000 Spielern erlaubt, gleichzeitig in einer Welt zu interagieren.

Video

Das erwartet euch

Laut den Entwicklern sollen „bis zu 40.000 Spieler gleichzeitig denselben Globus erkunden“ können. Ein Server-Netzwerk soll die Atlas genannte Spielwelt dabei als PVP- oder PVE-Variante bereitstellen. Spieler können darüber hinaus eigene Atlas‘ erstellen und per Dev Kit modifizieren – all dies kennt man ebenso von ARK. Mit 45.000 Quadratkilometern wäre die Spielfläche von Atlas aber fast 1.000 Mal größer als die 48 km² der originalen ARK-Map. Allerdings ist davon auszugehen, dass bis auf die „über 700 Landmassen“ ein Großteil der Karte mit Wasser bedeckt ist, während das Meer bei ARK nur etwa ein Viertel der Fläche ausmacht.

Schiffsschlachten mit Atlas

Je nach Modus gilt es, sein Territorium zu erweitern, Schätze zu suchen, andere Spieler zu plündern oder diverse Missionen zu erfüllen. Für Abwechslung sollen dabei zufällig (procedural) generierte Schatzkarten und „Challenge Zones“ sorgen. Auf der Website zum Spiel sollen interaktive Karten in Echtzeit anzeigen, welche Regionen von welchem Spieler erobert wurden, was durch individuell gestaltbare Flaggen symbolisiert wird. Auch der eigene Spielcharakter soll sich ganz nach eigenen Vorlieben gestalten lassen.

Schiffe bauen und Crew anheuern

Mit gesammelten Ressourcen können Trockendocks errichtet werden, in denen eigene Schiffe vom „Ruderboot mit Jollen“ bis zur „gigantischen Galleone“ entstehen. Die Schiffs-Crew lasse sich aus NPCs oder echten Spielern rekrutieren, die diverse Aufgaben übernehmen können und mit wachsender Erfahrung ihre Fähigkeiten verbessern.

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Vom Papagei bis zum Seemonster

Während beim PVP-Modus der Revierstreit mit anderen Spielern im Fokus steht, finden PVE-Spieler unter anderem in Form von Seeungeheuern ihre Gegner. Atlas soll zu Beginn „über 50 Kreaturen“ bieten, die von kleinen Haustieren wie Papageien bis zu besagten Seemonstern reichen. Wie in ARK lassen sich wilde Tiere zähmen und für die eigenen Zwecke nutzen.

Für PC im Dezember, Konsolen später

Auf Steam startet Atlas am 19. Dezember in das Early-Access-Programm. Zum Einführungspreis von 25 US-Dollar muss der unfertige Status mit potentiellen Fehlern in Kauf genommen werden. Anfang 2019 soll eine Xbox Game Preview folgen.

Wer wird Millionär?