Age of Wonders: Planetfall
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Age of Wonders: Planetfall

Zusammenfassung: Das neue Age of Wonders setzt auf ein knackfrisches Sci-Fi-Setting, zeigt sich spielerisch aber so anspruchsvoll wie eh und je: Einsteiger müssen sich erst eine Weile reinfuchsen, Profi-Strategen dagegen dürfen sich auf einen knackigen Mix aus Civ, XCOM und Heroes of Might & Magic freuen! 

Inhaltsverzeichnis

Eine neue Macht erhebt sich

Mit Planetfall lässt die Serie ihre Fantasy-Wurzeln hinter sich, stattdessen setzen die Entwickler Triumph Studios erstmals auf ein Sci-Fi-Setting, das überraschend hoffnungsvoll daherkommt: Nach dem Zusammenbruch eines gigantischen, intergalaktischen Imperiums übernehmen wir die Kontrolle über eines von sechs Völkern, die sich aus der Asche der alten Zivilisation erheben und ein weiteres Mal zu den Sternen aufbrechen. Dabei geraten wir natürlich mit den anderen Fraktionen aneinander, die es ebenfalls auf den Spitzenplatz in der neuen Rangordnung abgesehen haben.

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Die sechs spielbaren Fraktionen präsentieren sich dabei wunderbar unterschiedlich: Manche favorisieren Umweltforschung und soziale Entwicklung, andere dagegen setzen auf militärische Stärke, Expansion oder Spionage. Die zwergenhaften Dvar sind beispielsweise Experten in Sachen Produktion und verfügen über verheerende Flächenangriffe. Die schauerlichen Assembly dagegen stellen so etwas wie Hightech-Zombies dar: Sie sind Cyborgs, die ihre mechanischen Körper mit den Überresten ihrer Gegner verstärken. Das verschlagene Syndikat wiederum versteht sich vor allem auf Psi-Waffen, Tarnfähigkeiten und Geheimoperationen, während die menschliche Vorhut ihre Schwerpunkte in Propaganda, Militär und Fernkampfeinheiten setzt. Die insektenhaften Kir'Ko glänzen dafür mit schnellem Bevölkerungswachstum und Massen an biologischen Nahkampfeinheiten. Und dann gibt es noch die Amazonen, die ihre Stärke aus der Natur ziehen und auf genetisch modifizierten Wildtieren in die Schlacht reiten – darunter sogar bis an die Zähne bewaffnete Dinosaurier. Ziemlich cool!

Bunte Vielfalt 

Bei Spielstart wählt ihr aber nicht nur eure Fraktion, sondern auch einen Kommandanten als mächtige Heldeneinheit, die euch durchs Spiel begleitet und die ihr mit verschiedenen Eigenschaften und Perks eurem Geschmack und Spielstil anpassen könnt. Außerdem müsst ihr euch eine von sechs Geheimtechnologien aussuchen, die auf wohlklingende Namen wie Xenoseuche, Promether, Synthese oder Void Tech hören. Sie liefern euch nicht nur Spezialeinheiten, Modifikationen und Fähigkeiten, sondern schalten auch einen eigenen Forschungsbaum frei. An dessen Ende steht immer eine besonders mächtige Doomsday-Technologie, mit der ihr eine Partie auf einen Schlag siegreich beenden könnt, sofern es den Gegnern nicht gelingt, euren Plan in einem bestimmten Zeitfenster zu kontern: Das ist aber natürlich nur eine von vielen Siegesbedingungen, ihr könnt erobern und kämpfen, verhandeln, spionieren, siedeln und Aufgaben erfüllen.

Spieletipps Age of Wonders: Planetfall

Wie ihr dabei vorgeht, ist euch überlassen, trotz Einsteigertipps nimmt Planetfall den Spieler kaum bei der Hand. Für Genre-Profis ist das ideal, alle anderen müssen sich auf etwas Einarbeitungszeit einstellen, bis man den Bogen raus hat: Das Spiel schüttet eine riesige Menge an Informationen und Begriffen über euch aus, die alle berücksichtigt werden wollen! Das Regelwerk lässt sich dank eines Glossars zwar jederzeit detailliert nachschlagen, allerdings fällt das Menü so umfangreich aus, dass schon das Durchscrollen mehrere Minuten beanspruchen kann.

Ein guter Schuss Civilization

Planetfall umfasst eine umfangreiche Story-Kampagne, Gefechte im freien Spiel oder drei verschiedene Mehrspielermodi: online, Hot seat und asynchron (die wir leider noch nicht testen konnten). Die Ausgangslage bleibt dabei immer gleich: Ihr verbringt wieder den Großteil der Spielzeit auf zufallsgenerierten Karten, die auf den ersten Blick an 4X-Größen wie Civilization 6 oder Beyond Earth erinnert. Dort erkundet ihr mit euren Truppenverbänden – die wieder aus bis zu sechs Einheiten bestehen – die Umgebung, entdeckt so Ruinen des gefallenen Imperiums, neutrale Fraktionen (die sich uns anschließen können), feindselige Aliens, Nebenquests, Rohstoffe, Technologien und vieles mehr. Dabei stolpert ihr auch immer wieder über Story-Schnipsel, die mehr über die das neue Sci-Fi-Setting verraten.

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Anders als in Age of Wonders 3 ist die zufallsgenerierte Karte in viele kleinere Sektoren mitsamt verschiedener Terrain-Merkmale unterteilt. Die bestimmen unter anderem ihr wirtschaftliches Potenzial, also welche Ressourcen (Energie, Nahrung, Wissen oder Produktion) ihr aus dem Sektor gewinnen könnt, um eure Mutterkolonie mit Einkommen zu versorgen und auszubauen. Dazu dürft ihr Sektoren beispielsweise als Provinzen an euer Reich anschließen, sofern ihr über genügend Kolonisten verfügt, oder aber ihr baut dort eine vorgelagerte Basis, die zwar kein Einkommen erzielt, es euren Feinden aber erschwert, sich den Sektor unter den Nagel zu reißen. Auch in der Diplomatie sollen Sektoren eine wichtige Rolle spielen, was wir in unserer knappen Spielzeit aber leider noch nicht ausprobieren konnten.

Forschung und Mods

Wie in Age of Wonders 3 verwaltet ihr eure Siedlungen über ein schlichtes, aber aufgeräumtes Listenmenü. Mit verbesserten Militärgebäuden könnt ihr beispielsweise stärkere Einheiten erzeugen, andere Upgrades kurbeln dagegen Wissenschaft oder Wachstum an. Neue Technologien entwickelt ihr über mehrere Forschungsbäume, die sich in Bereiche wie Militär, Wirtschaft oder Geheimtechnologien verzweigen. Habt ihr außerdem erste Waffenmods ausgetüftelt oder erbeutet, könnt ihr damit nicht nur eure Kommander-Heldeneinheit anpassen, sondern auch alle anderen Truppentypen in eurem Sortiment. Die einfache Wumme der Standardsoldaten gegen einen mächtigen Flammenwerfer eintauschen? Verbesserte Rüstung gegen Giftangriffe entwickeln? Oder ein Jetpack umschnallen, mit dem Infanteristen über Hindernisse hinwegdüsen? Das und vieles mehr ist möglich und dürfte in den fordernden Kämpfen für zusätzlichen Tiefgang sorgen.

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Taktieren wie in XCOM

Wie in Age of Wonders 3 können wir mehrere Truppenverbände auf einmal in eine Schlacht führen, sofern sie bei Kampfbeginn auf einem angrenzenden Feld stehen. Vor jeder Auseinandersetzung lässt uns das Spiel außerdem wieder die Wahl: Entweder wir lassen den Ausgang der Partie automatisch ausrechnen, oder aber wir stürzen uns manuell ins taktische Rundengefecht, was wir natürlich bei jeder Gelegenheit getan haben – schließlich hat das Kampfsystem einiges zu bieten!

Zu Beginn jeder Schlacht sind die Verteidiger am Zug, erst danach darf auch der Angreifer Befehle erteilen. Entscheidend ist dabei, seine Einheiten erst mal vernünftig in Stellung zu bringen: Vegetation, Schutt, Bauwerke, Fahrzeuge und Geröll bilden ähnlich wie in Firaxis' XCOM hohe und niedrige Deckung, hinter denen wir unsere kleineren Truppen positionieren. Besonders große Einheiten wie die Artillerie-Mechs der Vorhut oder die Dinosaurier der Amazonen dürfen zwar keine Deckung nutzen, doch dafür haben sie einen anderen Vorteil: Sie können ihren Kameraden als bewegliche Mauer dienen und ihnen so Schutz vor Angriffen bieten. Jede Einheit verfügt über Aktionspunkte, die wir klug einsetzen müssen. Wer geschickt vorgeht, kann Feinden beispielsweise in die Flanke fallen und so besonders verheerende Treffer landen.

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Außerdem lassen sich viele Teile der Umgebung nun zerstören, etwa mit Raketen oder Granaten, aber auch mit bestimmten Umgebungsobjekten wie alten, hochexplosiven Treibstofftanks. Sichtlinien und Geländebeschaffenheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Je näher wir uns an einen Feind bewegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Einheit ins Schwarze trifft. Ab einer Trefferwahrscheinlichkeit von 75 Prozent sind komplette Fehlschüsse übrigens ausgeschlossen, allerdings kann der Angriff dann immer noch in einem Streifschuss enden, der nur noch die Hälfte des Schadens verursacht.

Sinnvolle Neuerungen

Da viele Einheiten auf Fernkampfwaffen setzen, wurde außerdem ein vertrautes Feature integriert: Wie in XCOM dürfen wir unsere Truppen nun in einen Overwatch-Modus versetzen, dadurch eröffnen sie automatisch das Feuer, sobald feindliche Truppen in ihr Sichtfeld laufen, das wir allerdings von Hand ausrichten müssen. Bestimmte Angriffsarten können Gegner zudem ins Taumeln bringen, eine wichtige Mechanik, denn dadurch verlieren sie Aktionspunkte und ihr Overwatch-Status wird aufgehoben!

In unserer Anspielzeit konnten wir neben unserem Helden – der sich natürlich auch aufleveln und weiterentwickeln lässt! – nur die frühen Standard-Einheiten befehligen. Doch schon die sorgten für fordernde Gefechte: Jede Fraktion nutzt unterschiedliche Waffentypen, die etwa Gift-, Blitz-, Psi- oder Feuerschaden verursachen, und natürlich gibt es auch passende Resistenzen. Fliegende Einheiten sind ebenfalls im Angebot: In unserer Spielzeit mit den Assembly verfügten wir beispielsweise über einen Inspektor, eine mechanische Drohne, die in Windeseile über Hindernisse hinweg fliegt und von Nahkämpfern nichts zu befürchten hat. Ihre leichte Bewaffnung gleicht sie mit einem Reparaturwerkzeug aus, mit dem wir unsere Plünderer (günstige Fußsoldaten) und Scharfschützen zügig heilen.

Alle Infos zu Age of Wonders: Planetfall

Ebenfalls ziemlich cool: der Rekonstruktor, ein biomechanischer Supporter, der nur aus einem Oberkörper mit jeder Menge Armen besteht. Mit ihm können wir ein Konstrukt – eine kampfstarke Dienereinheit – erschaffen oder sogar gefallene Truppen an Orte und Stelle wiederbeleben, was aber nur jeweils einmal pro Schlacht möglich ist. Wenn wir den Rekonstruktor allerdings anweisen, gefallene Einheiten vom Schlachtfeld direkt "wiederzuverwerten", lädt er damit seine verbrauchte Energie neu auf und darf seine Fähigkeiten ein weiteres Mal nutzen.

Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt's auch noch sogenannte Operationen; das sind Spezialfähigkeiten, die wir nach ein paar Runden direkt auf dem Schlachtfeld auslösen dürfen – so werfen wir etwa eine mächtige Schredderbombe ab oder rufen ein Drop Pod aus dem Orbit, das einen kampfstarken Marine enthält, der uns danach bis zum Ende des Gefechts erhalten bleibt.

Auch mit Gamepad: Alles im Griff!

Bei so viel taktischer Fülle ist es natürlich umso wichtiger, dass sich Planetfall übersichtlich und verständlich präsentiert. Auch hier zeigt sich die jahrelange Erfahrung der Entwickler: Das aufgeräumte und angenehm flotte Interface leistete in unserer Spielzeit bereits sehr gute Arbeit. Da Planetfall außerdem das erste Age of Wonders für Konsolen ist, haben wir mit unserer PC-Fassung gleich noch die Gamepad-Steuerung ausprobiert. Unser Ersteindruck: richtig gut! Auch mit dem Controller hatten wir schnell alles im Griff und die Texte wirkten gut lesbar. Wenn die PS4- und Xbox-One-Fassungen bei Release auch technisch überzeugen, steht dem Spielspaß auf Konsole nichts im Wege!

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