Vampyrs

Die fanzösische Entwicklerschmiede Dontnod hat ein völlig neues Konzept entwickelt. Vampyr, dessen Release für 2017 geplant ist, ist weder eine geradlinige Erzählung mit gelegentlichen Verzweigungen noch ein in Episoden geteiltes Abenteuer-Game, sondern ein Rollenspiel an einem frei begehbaren Schauplatz. Anders als in The Witcher 3 ist London ist offenbar keine große offene Welt. Trotzdem kann man sich in der Stadt frei bewegen und ganz normal Menschen auf der Strasse kennen lernen.

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In den düsteren Strassen London´s sollte man Vampirjägern allerdings aus dem Weg gehen. Diese Jäger sind selbst Vampire, wenn auch mutierte niedriger Klasse und mächtiger als deine Figur im Rollenspiel. In deiner Rolle erwachst du zu Beginn ohne Erinnerung und Identität als Vampir im London nach dem Ersten Weltkrieg. Schnell bist du dir der Identität als Blutsauger  bewusst, weil der Roman „Dracula“ im damaligen England populär war. In der Rolle eines Arztes gibst du dich jedoch nicht einfach mit deiner Situation zufrieden und willst ein Gegenmittel finden – für das eigene Leiden, aber auch für die Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte.

das ist also deine Berufung und es gilt auf deinem Weg eine Menge Abenteuer zu überstehen. Man darf aber stets eigene Untersuchungen anstellen, muss sich gegen die Vampirjäger wehren und erlebt, welche Auswirkungen der eigene Blutdurst auf die Angehörigen der Opfer und auf London hat. Könnte man darauf verzichten, Menschen zu töten? Möglich ist das. Möglich ist sogar das Trinken von Rattenblut…doch nur durch menschliches Blut wird man stark genug, um sich gegen die Jäger zu wehren. Man könnte nicht einmal geistig stärkere Menschen angreifen, denn die widersetzen sich der mentalen Fähigkeit, mit der man sie in eine abgelegene Ecke lockt, um sie in Ruhe auszusaugen. Ständig wägt man also ab, ob man einen Menschen umbringt oder ihn am Leben lässt.

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Wie wird nun dafür gesorgt, dass man nicht mordend und blutgierig durch die Strassen der Stadt rennt, um als übermächtiges Wesen unbehelligt zu wüten? Zum einen durch anfangs viele geistig stärkere Menschen und zum anderen durch besondere Personen, die einen großen Einfluss auf den Stadtteil haben, in dem sie leben. Zum Beispiel das eine Frau Geld stiehlt um damit Medizin für Arme und Kranke zu kaufen. Bringst du sie um, hat es negative Auswirkungen auf den Stadtteil.

In einem anderen Fall wirkt sich der Mord an eine bedeutende Person auf deren Familienmitglieder und Bekannte aus. Man kann also beobachten, wie das eigene Handeln sowohl einzelne Schicksale als auch das ganz Londons beeinflusst. Interessanterweise gibt es dabei nur einen Spielstand und jede wichtige Aktion wird sofort gespeichert. In Vampyr probiert man also nicht verschiedene Lösungen durch, um irgendwann die effektivste zu wählen; man trifft wie im echten Leben eine Entscheidung, mit deren Folgen man leben muss.

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So ganz ohne Plan geht man dabei nicht vor, immerhin darf man sich mit allen Charakteren unterhalten. Der Beruf des Arztes war Anfang des vergangenen Jahrhunderts ein hoch angesehener, weshalb du in der Rolle sehr leicht das Vertrauen deines Gegenüber gewinnst. So erfährt man Privates und Geschäftliches und verschafft sich so ein Bild davon, welche Auswirkungen ihr Ableben haben könnte oder ob man den Tod eines anderen vorziehen sollte. Oder hat man es gar leichter, wenn man auf die Recherche verzichtet und die Opfer stattdessen „blind“ ermordet? Wohl kaum, denn viele Details erfährst du als Vampir beim Stillen deines Blutdurstes automatisch.

Ein ganz anderer Aspekt der Unterhaltungen sind die „Zustände“, in denen sich alle Figuren befinden, denn die hängen von den bisherigen Ereignissen ab. Immerhin verhalten sich alle Menschen auf unterschiedliche Art – je nachdem, wie sich London zum Zeitpunkt des Gesprächs entwickelt hat und ob Bekannte oder Verwandte der Gesprächspartner ums Leben kamen. Ihre Reaktionen setzen sich aus zahlreichen Faktoren zusammensetzen, denn die Entwickler legen großen Wert auf plausible Charakterzeichnungen.

Spieletipps - Vampyrs

Kann Dontnod tatsächlich die innere Zerrissenheit eines Vampirs so einfangen, dass auch Spieler vor die schwere Entscheidung gestellt werden: töten oder die Gefahr in Kauf nehmen, mächtigen Vampirjägern zum Opfer zu fallen? Immerhin soll hier ein Drama inszeniert werden, in dem das Laden eines früheren Spielstandes nicht möglich ist und in dem man Zeuge dessen wird, wie Familie und Freunde unter dem Tod eines Opfers leiden. Die Stadt soll sich zudem verändern, je nachdem, welche Schlüsselfiguren man tötet und welche man am Leben lässt. Man kann gespannt sein ob das PC Spiel auch hält was es verspricht. Wenn Dontnod das hinbekommt, kann es eines der interesantesten Spiele 2017 werden.


Spiele Paradies 28. Juli 2016

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